Kirchen und Anbetungsstätten

santa_maria_assuntaChiesa di Santa Maria Assunta (Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria)
Es gibt Dokumente datiert auf das Jahr 1296, die die Existenz einer Kirche bezeugen. Zwischen 1603 und 1608 wurde die jetzige Kirche erbaut und mit dem Glockenturm zwischen dem 17. und 18.Jh vervollständigt. Die derzeitige Form der Kirche, die dereinst die alte Kirche nachahmte, ist das Ergebnis von Umbauarbeiten, die zwischen 1765 und 1788 stattfanden. Die barocke Fassade in ferraresischem Stil hat eine kurvenförmige Spitze. Zu den Gemälden der Kirchengemeinde gehörte ein Bild von Ippolito Scarsella, der “lo Scarsellino” genannt wird, das aber aufgrund eines Brandes im Jahr 1968 zerstört wurde.
(via Chiesa – Villanova Marchesana)

 

chiesasanlorenzoChiesa di San Lorenzo (Die Kirche des Heiligen Lorenz)
Ein vorhergehendes Gebäude geht auf die Gegenwart der Mönche zurück, die sich hier seit 1200 aufhielten und von Gavello hierher umgesiedelt worden waren. Im Jahr 1603 wird in einem bischöflichen Bericht ein Oratorium in verfallenem Zustand erwähnt. Im Jahr 1649 wurde die Kirche komplett neu aufgebaut, wie auf einer Steininschrift auf der Fassade zu lesen ist. Der Glockenturm ist viel jünger und geht auf 1967 zurück. Die Fassade ist im ferraresischem Renaissance-Stil gehalten und sie hat ein Kirchenschiff.
(via Canalnovo – Canalnovo, Villanova Marchesana)

 

oratoriosgiovannibattistaOratorio di San Giovanni Battista (Das Oratorium des Heiligen Johannes des Täufers)
Das Oratorium liegt isoliert in dem Ort Cisimatti und wurde einst der Madonna des Pilasto (1603) geweiht. Nach einigen Besitzerwechseln der Familien des Gebiets von 1807 bis heute, gehört es jetzt der Pfarrei der Heiligen Maria Assunta und änderte die Widmung des Hauptaltares an den Heiligen Johannes des Täufers.
(Cisimatti, Villanova Marchesana)

 

 

oratoriocameriniOratorio di Villa Camerini (Das Oratorium von Villa Camerini)
Das Oratorium ist an die Villa Camerini angeschlossen und ist aus dem 18.Jh. Einst war es Teil des Mönchsordens der Certosini von Ferrara.
(via Santi – Villanova Marchesana)

 

 

 

Sehenswürdigkeiten

palazzodaclonPalazzo Daclon
Das Gebäude besteht aus vier Etagen und wurde 1834 von einem französischen Offizier erbaut. Er gehörte zu dem napoleonischen Heer und verliebte sich in ein schönes Mädchen aus der Ortschaft. Ihm wollte er das Haus widmen. 
(via Argine Po – Villanova Marchesana)

 

 

scuderievillaluisaPferdestallungen der Villa Luisa
Erbaut mit sechs Rundbögen war es Teil einer Villa, die aber schon in der zweiten Hälfte des 19.Jh verschwunden war. Sie musste den nötigen Befestigungsarbeiten am Damm weichen. Es bleibt ein Park mit zahlreichen sehr alten Bäumen. 
(via Argine Po – Villanova Marchesana)

 

 

villacameriniVilla Camerini heute Brogiato
Das Gebäude befindet sich dort, wo sich einmal ein Kloster der Ordensbrüder der Certosini befand und das heute noch an der östlichen Seite von einem Oratorium flankiert wird. 
(via Santi – Villanova Marchesana)

 

 

 

oasigolenapiardaDie Oase  “Die Aue von Piarda” 
Die weitläufige Oase “Die Aue von Piarda” befindet sich in der Fraktion von Canalnovo an der linken Dammseite des Po. Im Inneren des großen Naturschutzgebietes befindet sich die ehemalige Ziegelei Totti (1888- 1964), die heute verlassen ist und ein großartiges Beispiel für die industrielle Archäologie ist. Ein weiterer Teil ist eine Flussanlegestelle und ein Gebiet der Erholung. Die Wasseransammlungen der Aue sind Oasen des WWF und sind wichtige Nistplätze der Reiher, der Seidenreiher und Nachtreiher.

 

 

Geschichte

Der Name stammt deutlich von dem Wort “Villa” ab, die genauere Beschreibung durch “Marchesana” ist damit verbunden, dass das Gebiet einstmal den Estensi gehörte, den Herren von Ferrara, die zunächst Marquisen und dann Herzöge waren. Seine Wurzeln liegen noch vor dem Jahr 1000, als sich das Phänomen des “incastellamento” ereignete, d.it. der Zusammenschluss von Personengruppen um ein Schloss oder Kloster. Anfangs war Villamarchesana im Besitz von certosischen Mönchen, die hier ihr Kloster hatten. Es siedelten sich einige Familien an, die in Übereinstimmung mit den Mönchen die umliegenden Länderreien bewirtschafteten. Nach der Überschwemmung des Po im 12.Jh zogen auch die Benediktiner aus der Abtei von Gavello hierher und ließen sich in diesem Gebiet nieder. Im 13.Jh wurde es Besitz der Ferraresen und hatte nun den Namen “Villanova dei Burzelli” oder “dei Burgelli”, von dem Namen der ferraresischen Familie, die hier, mit den Estensi Teile des Gebiets besaßen. Die Verwaltung hatten allerdings nur die Estenesi: sie waren nämlich für die Benennung der Besitztümer verantwortlich. Im 15.Jh wurden einige Ländereien der Familie Burgelli an den Marqui Nicolò III abgetreten, dem Herren von Ferrara. Im 16.Jh kam es unter dieser Verwaltung zu einer Krise, die so weit ging, dass es am Ende des selben Jahrhunderts Teil des Kirchenstaats wurde. Unter napoleonischer Herrschaft wurde es dem Kirchestaat entzogen und an die erste Republik Cisalpina angeschlossen. Unter der österreichischen Herrschaft wurde es Teil des Polesine von Rovigo und wurde mit dem dritten Unabhängikeitskrieg endgültig italienisch.