Kirchen und Anbetungsstätten

taglio-di-po-chiesa-parrocchiale-di-san-francesco-dassisiChiesa di San Francesco d’Assisi (Die Kirche des Heiligen Franziskus von Assisi)
Erbaut wurde die Kirche im Jahr 1862 im romanischen Stil und mit einer Backstein – Fassade. Sie wurde auf zwei Ebenen erbaut: die untere wird von vier Halbpfeilern unterbrochen, die der Kolossalordnung angehören und in ionischem Stil gehalten sind, während die obere eine große, halbkreisförmige Lünette beinhaltet, auf der sich ein großes Mosaik mit dem Bild des Heiligen Franziskus von Assisi befindet. Auf dem Eingangsportal befinden sich bronzene Flachreliefs von Giovanni Gennai, die das Leben des Heiligen Franziskus darstellen und die Verehrung der Madonna der schwarzen Pocken.  In den Jahren nach dem Bau der Kirche wurde versucht einen Glockenturm zu errichten, der aufgrund von mangelnden finanziellen Ressourcen ein “Zwerg” blieb und im Jahr 1969 vollendet wurde. (Piazza Venezia – Taglio di Po)

 

cappella_cazenCappella di villa Zen
Die Privatkapelle einer Adelsfamilie war der Verehrung der Heiligen Margerita geweiht, die auf einem noch älteren Heiligtum errichtet wurde, wie es durch ein Tabernakel bezeugt wird, das sich im Inneren der Kapelle befindet und welches das Datum von 1459 trägt. Auf dem Altar befindet sich noch heute eine Reihe von Statuen, die die Ankündigung durch den Erzengel Gabriel an die Jungfrau Maria darstellt. Die Skulpturen gehen auf das 17. Jh zurück und sind  eine Kreation der Schule des Bildhauers Bonazza aus Bologna. (Via Ca’Zen n°4 – Taglio di Po)

 

 

Museen

mostramuseobonificaMuseo Regionale della Bonifica Ca‘ Vendremin (Das Regionalmuseum der Trockenlegung in Ca’Vendramin)
Das Regionalmuseum der Trockenlegung in Ca’Vendramin wurde in der  ehemaligen Entwässerungsanlage eingerichtet, die gegen Ende der sechziger Jahre geschlossen wurde. Das Ziel des Museum ist es die Arbeit der Entwässerung und Trockenlegung von Sümpfen und Tümpeln zu erklären, was dazu dienen sollte das Gebiet zwischen Land und Wasser  bewohnbar zu machen. Es sollte sowohl die Umwelt erhalten, als auch den für die Menschen nötigen wirtschaftlichen Aufschwung der Region voranbringen.

 

 

Informationen
Fondazione Ca‘ Vendramin
Via Veneto, 38 Loc. Taglio di Po (RO)
Tel. e Fax: 0426 81219
e-mail: info@fondazionecavendramin.it

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag von 9.30 h bis 12.30 h. Samstag und Sonntag Nachmittag mit Anmeldung.

Eintrittspreise
Eintritt 2€
Reduziert 1€ (Bei Gruppen von mindestens 20 Personen, Personen unter 18 Jahren, über 65 Jahren, Begleitung von Behinderten)
Eintritt frei für Kinder unter 12 Jahren, Journalisten, Behinderten, Militär in Uniform und Touristenführer 

>> Besuchen Sie die Homepage (IT)

 

Sehenswürdigkeiten

villacazenCa’Zen
Die Familie Zen ließ dieses Gebäude gegen Mitte des 17. Jh erbauen; es liegt isoliert mitten auf dem Land, in der Nähe des rechtsseitigen Dammes des Po. Es hat ein Hauptgebäude, an das später zwei Seitenflügel angeschlossen wurden, die auf das 18. Jh zurückgehen. Heute besteht der Gebäudekomplex aus dem Herrenhaus, den Pferdeställen, den Ställen, einigen Wirtschaftsgebäuden und einem anmutigen Oratorium, das der Heiligen Margerita gewidmet ist und direkt am Damm liegt. Hier wird auch ein Säulenstumpf mit dem päpstlichen Wappen aufgehoben, das die Grenze zwischen den Ländereien der Serenissima und der Ländereien des Kirchenstaates kennzeichnete. Der Volksmund erzählt, dass hier Lord Byron weilte, der sich heimlich mit seiner Geliebten Teresa Gamba traf. Während eines dieser heimlichen Treffen beschrieb der englische Dichter (Lord Byron) das Geländer des Salons im ersten Stock, das schöne “Stanzas to the Po” (Zimmer in Richtung Po). Es wurden einige archäologische Fundstücke entdeckt, die heute in der Villa aufbewahrt werden. (Via Ca’ Zen – Taglio di Po)

 

cananiCa’Nani
Nicht weit entfernt von Ca’Zen steht, an der rechten Seite des Po, Ca’Nani. Es ist ein Gebäude aus dem 17. Jh und wird auf beiden Fassaden von einzelnen Giebeln geschmückt, das das Haus von den anderen typisch polesanischen Häusern unterscheidet. Die venetianische Adelsfamilie Nani hatte neben dem Gebäude auch eine Kapelle errichten lassen, die sie “Chiesa di Ca’Nani” (“Kirche des Hauses Nani”) nannten. Dazu kamen noch einige Wirtschaftsgebäude, die heute allerdings nicht mehr zu sehen sind. In den ersten Jahren des 18. Jh ging der Besitz an den Marquis Guiccioli von Ravenna über, der es bis 1887 besaß. 
(Via Ca’ Zen – Taglio di Po)

 

caborinCa’Borin
Die Villa Ca’Borin wurde in der Nähe von Mazzorno gegen Ende des 16. Jh gebaut. Sie war der Besitz des Grafen Domenico di Carlo Borini. Der Aufbau des Gehöftes ist typisch für die polesanischen Villen. Sie wurde als Haus für die freie Zeit der Adeligen verwendet, wobei die Wirtschaftsgebäude zur Verwaltung des Besitzes dienten.  Der Gebäudekomplex bestand aus einem großen Wirtschaftsgebäude, einem Haus für Bedienstete, einer Scheune und einem Stall. Das Herrenhaus ist ein geradliniges Gebäude mit drei Etagen, das sich dem Fluss zuwendet, während sich auf der Südseite ein anmutiger und schöner Säulengang mit sechs Bögen befindet und der sich zur Tenne und zum offenen Land hinwendet. 
(Via Ca’Zen – Taglio di Po)

 

Geschichte

Der Name “Taglio di Po” ist aus dem Wort “Po” und aus dem Wort “taglio” (Schnitt) zusammengesetzt. Dieser Beiname beschreibt einen künstlichen Kanal oder die künstliche Umleitung eines Flusses. Abgeleitet wird er von der grandiosen Umleitung des Po bei Porto Viro – des größten menschlichen Eingriffs im Polesine – der zwischen 1600 und 1604 von der Republik Venedig durchgeführt wurde. Damit sollte die Versandung der Lagune durch das Geröll, das von den beiden Flussarmen “Po di Levante” und “Po di Tramontana” angeschwemmt wurde, verhindert werden. In den vergangenen Jahrhunderten hatte der Fluss schon mehrere Male seinen Flusslauf geändert: im 12.Jh leitete eine katastrophale Überschwemmung den Flusslauf des Po und den Flusslauf des “Po di Adriano”  gegen Norden. So entstand die Insel Adriano, die zum Teil sumpfig, zum Teil mit Dünen durchzogen ist, die in griechischer und römischer Zeit den Bau der antiken Strassen erlaubte. Das Bauprojekt “Taglio del Po” der Umleitung des Po beinhaltete den Bau eines Kanales, der, beginnend bei Porto Viro, bis nach “Sacca di Goro” reichen sollte. Dieses Bauvorhaben wurde in den ersten Jahren des 17.Jh begonnen, als das Polesine dem Kirchenstaat übereignet wurde, nachdem der letzte Erbe der Familie von Este – der Graf Alfonso II kinderlos gestorben war. Das Projekt sah vor, den Flussarm “Po delle Fornaci” zu schliessen und durch einen neuen Kanal dem “Po di Venezia” zu leiten, der dann das Geröll in der “Sacca di Goro” ablagern sollte und sodass sich das Po-Delta Richtung Osten verschieben sollte. Der “Po di Venezia” wurde die neue Grenze zwischen dem Kirchenstaat und der Republik Venedig. Die ersten Siedlungen in diesem Gebiet entstanden in der Mitte des 17. Jh und bestanden aus Fischern, Jägern und Schäfern. Im 18. Jh ging es an Venedig. Nach dem Fall der Serenissima im Jahr 1797 wurde es an Ferrara angeschlossen, erlitt die napoleonische Invasion und die österreichische Herrschaft, die 1866 durch den Anschluss an das Königreich Italien beendet wurde. In dieser Zeit begannen die Trockenlegungsarbeiten durch den Bau von Entwässerungsgräben. Es nahm teil am Libyenkrieg und am ersten Weltkrieg. Vielfach wurde es von Überschwemmungen getroffen und von den schwarzen Pocken.

 

Nützliche Informationen

Pro Loco Taglio di Po
Piazza Venezia, 3
Tel. 0426 346369 – Fax 0426 346369
e-mail: proloco.tagliodipo@alice.it