Kirchen und Anbetungsstätten

sstefanostientaChiesa di Santo Stefano martire (Die Kirche des Heiligen Märtyrers Stefanus)
Bereits vor dem Jahr 1000 soll es hier eine “Pfarrei des Heiligen Stefanus” gegeben haben. Genauere Informationen über die Existenz der Kirche beginnen 1434 durch die bischöflichen Besuche. Die jetzige Kirche wurde zwischen 1791 und 1799 gebaut. Die Vollendung der Innenausstattung geschah allerdings viel später durch die Dekorationsarbeiten des Künstlers Antonio Maria Nardi aus Bologna, die auf das Jahr 1932 zurückgehen. Während des letzten Krieges wurde sie schwer beschädigt, sodass Restaurierungsarbeiten nötig wurden. Die neoklassizistische Fassade wurde 1990 überarbeitet.
(P.zza S. Stefano 102 – Stienta)

 

sangenesioOratorio di San Genesio (Oratorium des Heiligen Genesius)
Das Oratorium aus dem 16. Jh war Teil eines landwirtschaftlichen, benediktinischen Hofes, der von Ferrara abhängig war. Es bleiben einige architektonische Zeugnisse in den schönen Bögen der Wirtschaftsgebäude, die neben den wenigen, übriggebliebenen Wohngebäuden liegen. Im Inneren des Oratoriums wird ein Bild der Madonna aufbewahrt, das Wunder bewirkt haben soll und welches hier seit dem 17. Jh verehrt wird.
(Zampine, Stienta)

 

 

Sehenswürdigkeiten

villacameriniVilla Camerini
Die Villa Camerini geht auf die zweite Hälfte des 18.Jh zurück und hat einen Zentralbau, der von zwei zurückliegenden Türmen flankiert wird, wie es die Richtlinien der Militärarchitektur verlangten. Die bogenförmigen Eingangstore in der Fassade sind mit Terrakotta verziert. Das Erdgeschoss des einen Turmes wird als Kapelle genutzt. Auf der linken Seite der Villa Camerini steht noch heute ein schönes Wirtschaftsgebäude mit ausladenen Bögen. Es blieb auch ein Teil des weitläufigen Parks, der mit jahrhundertealten Bäumen bestückt ist.
(Stienta)

 

 

Villa Masi
Die Villa Masi ist ein Adelssitz aus dem 17.Jh, mit ferraresischem Einschlag. Sie besteht aus einem rechteckigen Hauptgebäude, mit einer erhöhten Etage, zu der man über eine elegante Treppe gelangt und hat einen Turm, der als Taubenschlag dient.
(Stienta)

 

Geschichte

Der Name “Stienta” scheint von einem griechisch-phönizischen Wort abzustammen, der einen Ort mit Nebel beschreibt. Eine andere Interpretation führt ihn auf das lateinische Wort SEPTINGENTA “siebzig” zurück, das Bezug auf die antiken Besitztümer der Ländereien nimmt. Archäologische Fundstücke bezeugen, dass es hier eine Römersiedlung gegeben hat. Es erlitt die Invasionen der Barbaren. Zunächst war es Besitz der Bischöfe von Ferrara, dann der Benediktinermönche, um dann 1308 unter die Herrschaft der Estensi zu kommen. Im Jahr 1402 wurde der Estense Nicolò zum Feudalherren ernannt. Stienta litt sehr unter dem sogenannte “Salzkrieg” (1482), der zwischen den estensischen Familien und Venedig stattfand. Im Jahr 1506 wird es Besitz von Alfonso Trotti aus Ferrara und 1560 dann von Cornelio Bentivoglio. 1597 kommt es nach dem Tod von Alfonso II, der ohne Erben war, an den Kirchenstaat und bleibt dort bis 1797, als die napoleonische Invasion die Grenzen verschändert. 1805 wird es dem Distrikt von Ferrara zugeteilt, dann aber im Jahr 1815 durch den Kongress in Wien an die Provinz Rovigo angeschlossen. Nach einer Zeit der harten Herrschaft durch Österreich, schließt es sich 1866 an das Königreich Italien an. Sowohl der Erste, als auch der Zweite Weltkrieg bringen schwere Verluste mit sich. Verschiedene Naturkatastrophen richteten Zerstörungen an: in der Mitte des 17. Jh war es ein Dammbruch des Po bei Ficarolo; ebenfalls im 17. Jh und 18. Jh zahlreiche Überschwemmungen durch den Po, die Etsch, den Mincio und den Castagnaro; zuletzt die Überschwemmung im Jahr 1951.