Kirchen und Anbetungsstätten

s-bellino-chiesa-di-san-bellino-vescovo-martireChiesa di San Bellino Vescovo Martire (Die Kirche des Heiligen Martyrers Bischof Bellino)
Die Kirche existierte bereits im Jahr 1473, während die aktuelle Kirche, die auf das Jahr 1649 zurückgeht, mit der finanziellen Hilfe der Bevölkerung wiedererbaut wurde. Die der Gotik nachempfundene Fassade ist in zwei Teile unterteilt: der untere Teil, der von sechs tuskanische Säulen getragen wird, die als Lisenen eingesetzt wurden, mit vier großen Fenstern und dem Eingangstor, während der obere Teil das dekorative Moment des unteren Teiles aufgreift. Durch die im Zentrum liegende, im romanischen Stil gehaltene Fensterrose und durch zwei an den Seiten stehenden Engelfiguren wird sie veredelt. Im Inneren der Kirche gibt es viele Werke aus dem 17.Jh von dem venetianischen Maler Angelo Trevisani. Unter ihnen das Altarbild der Geburt, die im Kirchenschiff rechts steht und dem Altarbild der Kreuzigung, die im Kirchenschiff links steht. Weiterhin wird im hinteren Teil der Apsis eine Marmorurne aufgehoben, in der sich die sterblichen Überreste des Heiligen Bischofs Bellino befinden und ein Altarbild, das 1736 von Mattia Bortoloni gemalt wurde. Es stellt den Bischof Bellino mit Hirtenstab und Schlüsseln dar, der einen Jungen vor einem tollwütigen Hund beschützt. Der Glockenturm, der in späten romanischen Stil erbaut wurde, wurde in Backsteinoptik Anfang des 15.Jh erbaut. (Piazza Giovanni XXIII – San Bellino)

 

chiesasmargheritaChiesa di Santa Margherita (Die Kirche der Heiligen Margherita)
Die Kirche wurde zunächst als Oratorium im Jahr 1078 errichtet, dann im 16.Jh von der Familie Prisciani wiedererrichtet. Im Jahr 1636 wurde dank Spenden der Bevölkerung eine wichtige Restaurierung der Kirche durchgeführt. Heute zeigt sich die Kirche, die in jüngster Zeit restauriert wurde, mit einer einfachen, verputzten  Fassade. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit einem Kirchenschiff. Über dem Eingang befindet sich eine Pfeifenorgel, die eine wertvolle Arbeit aus dem 17.Jh ist und von Gaetano Callido durchgeführt wurde. Der Glockenturm wurde vielleicht im Jahr 1520 erbaut. (Via Presciane – Presciane, San Bellino)

 

Sehenswürdigkeiten

villacamoroVilla Ca’Moro
Die Villa Ca’Moro geht auf das 18.Jh zurück und wurde von der venetianischen Adelsfamilie Moro gebaut. Sie ist von einer doppelten Mauer umgeben und hat ein Oratorium, eine neoklassizistische Scheune und verschiedene Wirtschaftsgebäude.
Der wuchtige Bau hat eine kubische Form und erhebt sich auf drei Etagen; eine Doppeltreppe führt zur Beletage. Im Hintergrund steht ein imposantes Wirtschaftsgebäude ebenfalls im neoklassizistischen Stil. Das Innere des Gebäudekomplexes braucht eine sorgfältige Restaurierung. (Via Arginello – San Bellino)

 

villa_mocenigoVilla Nani Mocenigo heute Bertetti
Die Villa Nani Mocenigo wurde schon 1527 erbaut, auf dem Grund eines Baus der Familie Prisciani, dem Verwalter des Herzogs von Ferrara, der dem Ort seinen Namen gegeben hat. Das Gebäude gehörte dem Adeligen Nani Mocenigo und danach dem estensischen Marquis Ludovico Tassoni. Es handelt sich um eine sehr schlichte  Konstruktion, die sich auf drei bewohnbaren Etagen erstreckt und bemerkenswert, nüchtern zusammengesetzt ist. Erst kürzlich wurde das Gebäude in sehr guter Weise restauriert. Gegenüber des Wohngebäudes befindet sich das Gästehaus, das durch einen kurzen Säulengang mit ihm verbunden ist. Zu bemerken ist auch der schön bewaldete Weg, der noch heute die Villa direkt mit der Kirche von Presciane verbindet.
(Via Belvedere n° 30 – Presciane, San Bellino)

 

villa_zamboninVilla Zambonin
Das Gebäude aus dem 18.Jh erhebt sich außerhalb der Ortschaft in der Nähe des Dammes vom Canalbianco (dem weißen Kanal). Es ist von überschaubarer Größe und wurde mit drei Etagen gebaut. Die oberste Etage ist der Getreidespeicher, sie wird durch sechs runde Fenster in der Fassade erhellt. Im Zentrum über dem Tor zur Beletage, sah man die Spuren einer Freske, die heute komplett verschwunden ist. Die Fassade ist sehr einfach gehalten und wird durch zwei Schornsteine durchlaufen. Während der eine Schornstein zugemauert ist, wurde der andere in jüngerer Zeit restauriert. Ein unglücklicher Umbau in den achtziger Jahren hat die Fassade verschandelt, indem man zwei Türen seitlich des eigentlichen Eingangstores gebaut hat, wo früher Fenster waren und letztere zugemauert hat.
(Via Presciane n° 21 – San Bellino)

 

Villa Bolognese heute Santato
Der erste bekannte Besitzer der Villa Bolognese ist im Jahr 1730 der Adelige Sante Bolognese de Simon. Der architektonische Charakter des Gebäudes zeigt den des 18. Jh; es besteht aus einem Hauptgebäude und einem etwas kleineren Seitengebäude. Der zentrale Teil erhebt sich auf drei Ebenen, wobei der oberste von einem Pavillondach überspannt wird. Im Inneren kann man die Originaltreppe sehen, die noch gut erhalten ist. Im Jahr 2000 wurde es von den jetzigen Besitzern konservativ restauriert, was dem Gebäude zu seine ursprüngliche architektonische Form wiedergab. (Via Belvedere n°29 – San Bellino)

 

villaguariniVilla Guarini
Das Gebäude geht auf das 15.Jh zurück und zwischen 1580 und 1583 lebte hier G.B. Guarini, der, nachdem er aus Ferrara vertrieben worden war, hier den “Pastor Fido” komponiert haben soll. Im Jahr 1925 wurde es radikal umgebaut, sodass es fast komplett sein ursprüngliches Aussehen verlor, wobei die weitläufigen Räume der Beletage teilweise verkleinert wurden. Die Fassade ist ohne nennenswerte, architektonische Elemente und die Monotonie des Gebäudes wird nur durch die Doppeltreppe, die zum Eingang in die Beletage führt, unterbrochen. In der Fassade ist eine Steintafel eingelassen, die (wie die am Glockenturm von San Bellino) den Wasserstand der Überschwemmung der Etsch anzeigt, die durch den Dammbruch bei Castagnaro am 18.Oktober 1823 entstand. Im vorderen Garten stehen die Reste eines Brunnenrandes aus weißem Marmor.
(Via Codosa n°8 – San Bellino)

 

villatomaninVilla Tomanin
Der Gebäudekomplex aus dem 18.Jh, mit dem Hof “Villa Ottoboni-Valente” ist heute das Eigentum der Familie Tomanin. Das Herrenhaus bildet eine Einheit mit den angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden. Villa Tomanin ist leicht zu finden, weil sie sich am Piazza Galvani, direkt hinter dem Rathaus befindet, der Eingang ist links davon. Heute dient das Erdgeschoss als Ausstellung der Kunstwerke der Glaserei von Sandro Tomanin. Bis heute sind die originalen, hölzernen Dachbalken, die Terrakottafliesen und die originalen Kamine erhalten. Die ganze Etage ist dem Besucher zugänglich und, dank einer konservativen Restaurierung, sehr ansprechend gestaltet.
(P.zza Galvani n°24 – San Bellino)

 

villa_altieriCasa Conte Dosi Delfini heute Altieri
Das Gebäude geht auf das 19.Jh zurück und wurde von Agostino Casaro erbaut. Das Herrenhaus zeigt sich als längliches Gebäude mit verschiedenen, angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden und einer kleinen Kapelle. Es wurde jüngst restauriert, wodurch es zu seinen Ursprüngen zurückkehrte. Bemerkenswert sind die Fresken in seinem Inneren, mit Blumen- und Tiermotiven, die vom Grafen Giulianello in Auftrag gegeben worden waren. Der Gebäudekomplex, mit dem Herrenhaus, liegt inmitten eines großen Parks, der verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren beherbergt.
(Via Argine Santa Maria n°56 – San Bellino)

 

Villa Vallerini
Die Villa Vallerini ist aus dem 17.Jh und hat ein Hauptgebäude, mit zwei kürzeren Seitenflügeln, die in der nachfolgenden Epoche angebaut wurden, als der Verfall des Komplexes schon eingesetzt haben musste. Die Fassade, die von zwei Schornsteinen durchschnitten wird, ist sehr einfach und schlicht. Sie unterscheidet sich von anderen, ähnlichen Fassaden durch den kurzen Rahmen über dem Balkon der Beletage und die Form der kleinen Fenster im Getreidespeicher. Im Laufe der neunziger Jahre erlebte der Gebäudekomplex schwere Eingriffe, die es leider verunstaltet haben auch wenn der einstige Grundriss erhalten blieb. (Via Belvedere – Presciane, San Bellino)

 

Geschichte

Der Name der Ortschaft reflektiert die Verehrung des Schutzheiligen San Bellini, dem Bischof von Padova, der 1147 ermordet wurde. Im Jahr 1074 erhielt Alberto Azzo von Este die Investitur über dieses Gebiet für seine Söhne Ugo und Folco. Im Jahr 1405 beginnen die Arbeiten der Trockenlegung der Ländereien, die oftmals durch Dammbrüche durch den Po und die Etsch überschwemmt werden. Am Ende des “Salzkrieges” zwischen Venedig und Ferrara wird es 1482 Besitz der Serenissima; so beginnt eine Zeitspanne, die zu einem künstlerischen Aufschwung führte und wo venetianischen Adelsvillen und landwirtschaftlichen Hofschaften entstanden. Im Jahr 1797 kommt es durch die napoleonische Invasion unter französische Herrschaft und so beginnt eine Zeit der Unterdrückung und Armut, die unter verschiedenen Bedingungen, bis zum Ende der Weltkriege andauerte. Im Jahr 1809 erhebt die französische Regierung Steuern auf die Mühlen, die zu einer Erhöhung der Mehlpreise führen. Aber das Volk wehrt sich massiv und erreicht die Abschaffung der Steuer. Die Situation verschlechtert sich unter der österreichischen Herrschaft ab 1815, unter der es bis zur Angliederung an das Königreich Italien im Jahr 1866 bleibt. Die beiden Weltkriege tragen ebenfalls zur Verschlechterung der Umstände bei und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh beginnt eine Verbesserung der Lage. Verschiedene Naturkatastrophen haben das Gebiet im Laufe der Jahrhunderte heimgesucht: im 12. Jh wird es von der Überschwemmung zerstört, die durch den Dammbruch des Po bei Ficarolo entstanden ist. Im 13. Jh ist es das Wasser der Etsch, was die Ländereien überflutet. Das letzte Unglück geht auf das Jahr 1951 zurück, als eine gewaltige Überschwemmung des Po eine Landflucht auslöste.