Kirchen und Anbetungsstätten

smariadelrosarioChiesa di S. Maria del Rosario (Die Kirche der Heiligen Maria des Rosarios)
Die Kirche wurde im Jahr 1735 auf Wunsch der Familie Grimani und der Bevölkerung erbaut. Zwischen 1742 und 1746 wurde auch der Glockenturm errichtet. Im Jahr 1925 wurde die Kirche restauriert. Sie enthält das Gemälde “ Die Madonna des Rosarios in der Herrlichkeit zwischen Engeln und Heiligen” – ein Werk von Luigi Battisti.  (Via Don Minzoni, 180 – Polesella)

 

 

chiesaraccanoChiesa della Natività di Maria (Kirche der Geburt von Maria)
Der Bau der romanischen Kirche ist schwierig zu datieren. Der ursprüngliche Kern der Kirche geht auf das 8.- 9.Jh zurück. Sie wurde im 16.Jh wiedererrichtet und bis ins 18.Jh immer wieder umgebaut. Zunächst war sie die Hauptkirche des Gebietes, wurde dann aber im Jahr 1735 zurückgestuft, da die neue Basilika der Heiligen Jungfrau Maria des Rosenkranzes von Polesella ihren Platz einnahm. Zwischen 1940 und 1954 wurde sie erneut restauriert; während der Restaurationsarbeiten wurden wichtige Teile von Skulpturen und Fresken aus dem 15.Jh entdeckt. (via Raccano – Raccano)

 

 

oratoriosgaetanoOratorio di S. Gaetano Thiene di Ca‘ Minio o delle Selvadeghe (Oratorium des Heiligen Gaetanus Thiene von Ca’ Minio oder des “Selvadeghe”)
Das Oratorium war an das Haus Minio angeschlossen, Residenz der venezianischen Adelsfamilie. Wahrscheinlich wurde sie in der ersten Hälfte des 17.Jh erbaut. Es handelt sich um ein Gebäude mit ausgewogenen Proportionen und einem Zeltgiebel. In das mit Dachziegeln gedeckten Dach ist in der linken, hinteren Seite ein kleiner Glockenturm integriert, der durch eine Kuppel abgeschlossen wird. (Polesella)

 

 

Oratorio della Beata Vergine del Rosario – Val Siera (Oratorium der Heiligen Jungfrau des Rosarios)
Das Oratorium wurde im Jahr 1786 als Privatkapelle des Wohnhauses von Bellino Zamboni erbaut und wurde von dem damaligen Papst Pio VI genehmigt, wie man aus einem päpstlichen Brief entnehmen kann. Von dem Gebäude sind nur noch Ruinen erhalten.

 

Oratorio della Madonna della Salute (Oratorium der Madonna der Gesundheit) 
Das Oratorium ist die Kapelle der Adelsfamilie Ca’ Rosetta, die nach dem Bau der Villa von den Rosettas in Auftrag gegeben wurde, um hier an religiösen Funktionen teilhaben zu können. In seinem Inneren ist ein Gemälde der Madonna mit Kind zu sehen, das von dem Maler Jacopo Contiero unterzeichnet ist. Durch einen Diebstahl ist es allerdings eines hölzernen Chores (aus dem 18.Jh) beraubt worden.

 

Sehenswürdigkeiten

palazzogrimaniPalazzo Grimani
Die Familie Grimani hatte einen sehr großen Grundbesitz im Gebiet um Polesella und ihr Wohnsitz erhob sich im Zentrum der Ortschaft. Nachdem das Gebäude dazu bestimmt worden war Sitz des Rathauses zu werden, wurde es am 19. Juli 1892 von einem Wirbelsturm fast vollständig zerstört, sodaß heute nur ein Bogen und ein gerahmtes Fenster von seinem ehemaligen Glanz zeugen. Es muß eines der imposantesten Gebäude des Polesine gewesen sein. (Piazza G. Mateotti – Polesella)

 

 

villaarmelliniVilla Armellini
Das im 16.Jh errichtete Gebäude wurde im Jahr 1634 restrutturiert. Die Familie Armellini stammt von einem zyprischen Reeder und Gewürzhändler ab, der Ende des 15.Jh nach Venedig gezogen war. Im Inneren des Gebäudes wird bis heute das Gemälde des Kardinal Franziskus Armellini aufbewahrt, das auf das Jahr 1636 datiert wird. Eine seiner Eigenschaften ist seine Würfelform (18 x 18 x 18). (via De Paoli – Polesella)

 

 

villamorosiniVilla Morosini
Erbaut um 1600 wurde die Villa Morosini von Francesco Morosini bewohnt, dem Dogen von Venedig zwischen 1688 und 1694. Die Fassade und der Giebel sind aus der Barockepoche, der Mittelteil mit ionischen Halbsäulen. Der Salon in ihrem Inneren ist mit Gemälden des späten 15.Jh dekoriert und der Saal mit Stuckereien aus dem 17.Jh. (via Selmi – Polesella)

 

 

villarosettaVilla Rosetta
Der Wohnsitz wurde Ende des 16.Jh erbaut, seine Fassade wird von Laubengängen flankiert woran man den Einfluß von Longhena (einem venezianischen Architekten) erkennen kann. Zum Gebäudekomplex gehört auch die Familienkapelle, die der Madonna der Gesundheit gewidmet ist. Der Volksmund berichtet von einem unterirdischen Geheimgang, der das Gebäude mit der Villa Armellini verband und heute ein Kellergewölbe ist. ( Corso Gramsci – Polesella)

 

 

polesellavillaselmiVilla Selmi
Wahrscheinlich wurde die Villa Selmi im 16.Jh erbaut, sicherlich aber Ende des 18.Jh umgebaut. Zu dem Gebäudekomplex gehören einige umstehende Gebäude, wunderschöne Gärten, die vor allem reich an Rosen sind und einem prächtigen Park, der von Giuseppe Jappelli Anfang des 18.Jh entworfen wurde. (S.S.16 Adriatica – Polesella)

 

 

camaierCa‘ Maier
Das Gebäude Ca’Maier aus dem 16.Jh hat eine eigenartige Typologie, denn es besteht aus drei Etagen, dessen oberste auch die ausgeschmückteste ist. Es fehlt der sonst normale Getreidespeicher;  an seiner Stelle hat es aber ein Zwischengeschoß. Auf der rechten Seite des Gebäudes befindet sich eine Scheune, die allerdings in einem sehr schlechten Zustand ist und zum Teil abgerissen wurde. (via Magarino – Polesella)

 

 

municipioDas Rathaus – Ehemaliges Augustinerkloster
Das Gebäude geht auf die zweite Hälfte des 18.Jh zurück. Der Löwe aus Marmor aus Custozza (nach dem Vorbild der Löwen auf dem Markusplatz in Venedig) wurde auf der Spitze des Rathauses errichtet um daran zu erinnern, daß Polesella in der Vergangenheit unter der Herrschaft Venedigs war.(Piazza Matteotti – Polesella)

 

 

 

Geschichte

Der Name Polesella scheint von dem lateinischen “PULLUS” , “weicher Boden” zu stammen, durch die Hochwasser der Flüsse war der Boden oft sumpfig (paludoso). Das erste mal wird die Ortschaft 1296 in einem Dokument erwähnt, wo er als ein Hafen am Fluss genannt wird; im Jahr 1461 wird er von Borso d’Este verschenkt an Certosa di Ferrara. Polesella ist ein strategischer Punkt während des “Salzkrieges”, der 1482 zwischen Venedig und den Estenesi um die Kontrolle über die polesanischen Flüsse tobte: hier hatte der Duce von Este zwei schwimmende Bastionen auf dem Po errichtet, um der venezianischen Flotte, die von dem Adeligen Damiano Moro komandiert wurde, den Weg zu versperren. Im Jahr 1508, während des Krieges zwischen der Serenissima und der Lega von Cambrai wurde Polesella Schauplatz einer berühmten Schlacht, in der die Estenesi die Flotte der republikanischen Seemacht Venedigs besiegten. Mit dem Friedenschluß im Jahr 1515 kam Polesella unter die venezianische Herrschaft, unter der sie drei Jahrhunderte blieb, einer Zeit des Friedens und des Wohlstandes, sowohl kulturell als auch architektonisch. Im Jahr 1797 wird es französisches Gebiet, um dann 1815 auf Wunsch der österreichischen Herrschaft an die Provinz Rovigo angeschlossen zu werden. Schließlich wird es 1866 Teil des Königreiches Italien. Polesella wurde von verschiedenen Naturkatastrophen heimgesucht, die schwersten waren der Wirbelsturm am 9.Juli 1892 und die Überschwemmung im Jahr 1951.