Kirchen und Anbetungsstätten

chiesamadonnadellegrazieChiesa della Beata Vergine delle Grazie (Kirche der Heiligen Jungfrau der Gnade)
Das Gebäude der Kirche der Heiligen Jungfrau der Gnade geht auf das 16.Jh zurück und liegt am Piazza XX Settembre. Dieses religiöse Gebäude steht auf dem Grund, auf dem die Kapelle des antiken Benediktinerklosters aus dem 6.Jh stand, die im 13.Jh von der katastrophalen Überflutung des Flusses Po zerstört wurde, die auch “Rotta di Ficarolo” (Dammbruch bei Ficarolo) genannt wird. Von dem ehemaligen Gebäude blieben die Apsis und der untere Teil des Glockenturmes bis zum Glockenstuhl erhalten; letzterer wurde 1828 neu errichtet. Mehrfach restauriert und erweitert bekam die Kirche ihr aktuelles Aussehen in den ersten Jahren des 18.Jh. Sie hat ein Kirchenschiff mit einer nüchternen, barokken Fassade mit vier dorischen Halbsäulen auf hohem Sockel. Vervollständigt wird die Fassade von einem Tympanon, in dessen Inneren sich eine kleine Fensterrose befindet, einem Paar von zwei großen, recht-eckigen Fenstern und einer Nische über dem Haupteingang, in der sich eine Statue des Heiligen Märtyrers Petrus befindet. Die Kirche bewahrt eine Madonna mit Kind aus Terrakotta aus dem 15.Jh auf, die Michele aus Firenze zugeordnet wird, sowie vier marmorne Altäre. (Piazza XX settembre – Gavello)

 

 

Sehenswürdigkeiten

palazzomocenigoPalazzo Gradenigo Mocenigo
Das Gebäude geht auf Anfang des 17.Jh zurück. An der heutigen Via Giacomo Matteotti liegend, besteht es aus einem zentralen Mittelteil aus drei Etagen und einem Tympanon, sowie zwei etwas niedrigeren Seitenflügeln, die in Erdgeschoss, “Beletage” (hauptsächlicher Wohnraum des Adels/Großbürgers), und Getreidespeicher ein-geteilt waren. Die linke Seite mit Laubengang liegt am Piazza XX Settembre und be-inhaltet aktuell einen wirtschaftlichen Betrieb, von wo aus man in den Innenhof gelangt. (Piazza XX Settembre – Gavello)

 

 

palazzogrimaniPalazzo Municipale ex Grimani ( Das Rathaus – ehem. Palazzo Grimani)
Der ehemalige Palazzo Grimani wurde im 18.Jh erbaut, dann aber stark umgebaut, sodass von dem ehemaligen Gebäude nur wenige Teile erhalten blieben. Heute ist er Sitz des Rathauses. Auf seiner Fassade ist ein zentraler Balkon über dem ein Relief mit dem Wappen der Stadt angebracht ist. An den Seiten ist je eine Tafel angebracht, wobei die linke und ältere dem Patrioten Alessio Beltrame gewidmet ist und die rechte jüngere zum 100 jährigen Geburtstag von Ugo Zagato angebracht wurde. (Piazza XX Settembre – Gavello)

 

 

villa_menotti_cervatiVilla Menotti heute Cervati
Erbaut wurde die Villa Menotti im 17.Jh. Der Gebäudekomplex übernimmt die klassische Gestalt der venezianischen Villen und befindet sich im Einklang mit seiner Funktion in einen großen Landwirtschaftlichen Besitz. In jüngerer Zeit wurde sie konservativ renoviert und ist im Inneren mit Holzdecken geschmückt. (Via Canalbianco superiore – Gavello)

 

 

 

Geschichte

Die ersten Siedlungen in der Gegend um Gavello gehen auf uralte Zeiten zurück: vielleicht auf die pelasgische Epoche, die phönizische oder paleovenzianische. Zur Römerzeit bekam sie beachtenswerte Bedeutung, weil sie an der Straße Cabellum (strada Cabellum) lag, die Adria und Trecenta miteinander verband. Seine Geschichte ist verbunden mit dem des nahegelegenen Adria, dessen Schicksal sie folgte. Im Mittelalter war sie Sitz einer wichtigen benediktinischen Abtei, in dessen Zusammenhang  an einen englischer Mönch zu erinnern ist, der nach seinem Tod heilig gesprochen wurde. Nachdem Gavello im Besitz der Bischöfe von Adria  und dann im Besitz der Estensi gewesen war, ging es Anfang des 16.Jh an die Republik Venedig. Unter dieser  Regierung, die verschiedene Trockenlegungsarbeiten durchführte, konnte sie einen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen, der später durch die französische und österreichische Besatzung, sowie durch die Überschwemmungen des Po’s, zunichte gemacht wurde. Seine schwierige soziale und wirtschaftliche Lage verbesserte sich nicht durch die Anbindung an das Königreich Italien im Jahr 1866. Erst nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen Aufschwung.