Kirchen und Anbetungsstätten

chiesasgiuseppeChiesa di S. Giuseppe sposo della Beata Vergine Maria (Kirche des Heiligen Josephs, Bräutigam der Heiligen Jungfrau Maria)
Im Inneren befindet sich ein wertvolle, holzgeschnitzte Kanzel und ein Gemälde aus dem 17.Jh der venezianischen Schule, die „Anbetung der Magier“. Die Kirche wurde um 1500 von dem Marquis Fiaschi als Oratorium errichtet, Anfang des 17.Jh wiedererrichtet und im Jahr 1734 offiziell zur Pfarrkirche ernannt. Der Ort Gaiba entwickelte sich um das Oratorium und seinen Piazza herum. 
(Piazza S. Giuseppe, 1 – Gaiba)

 

 

 

gaiba_oratorio_bv_tomasellejpgOratorio della Beata Vergine Maria alle Tommaselle (Oratorium der Heiligen Jungfrau Maria in Tommaselle
)
Die Marquisen Sarti, die Besitzer von vielen Feldern in dieser Zone, ließen im 16.Jh ein kleines privates Oratorium errichten, das dem Heiligen Thomas und der Jungfrau Maria gewidmet war. Das Oratorium der „Tommaselle“ ist heute noch fürs Gebet geöffnet und die Messe wird auf Anfrage, während der Sommerzeit, wöchentlich gefeiert. Im Inneren des Oratoriums wird bis heute ein antiker, hölzener Altar, der vielfarbig und mit Gold verziert ist, aus der ferraresischen Schule (15.Jh), aufgehoben. Die Kirche hat einen Glockenturm mit einer „Guglia Mozza“. (Località Tommaselle – Gaiba)


 

 

 

oratoriosannaOratorio di S. Anna (Oratorio der Heiligen Anna)
Die Kapelle wurde im Jahr 1790 in barockem Stil errichtet und der Heiligen Anna gewidmet, der Schutzpatronin von Gaiba. Das Oratorium enthält ein kostbares Altarbild, das das heilige Mädchen im Kreis der Familie darstellt und von dem veronesischen Maler G. Cignaroli gemalt wurde, der 1770 verstarb. Leider ist diese kleine Kirche, die ein kleines Juwel der barocken Kunst ist, seit mehr als zehn Jahren einsturzgefährdet und benötigt dringend eine Renovierung. Die Statuen, die die Ummauerung schmücken, sind von vor 1790 und auch sie brauchen eine Restaurierung. (Gaiba)

 

 

 

monastero-slorenzoMonastero di S. Lorenzo alle Caselle (Kloster des Heiligen Lorenzo „alle Caselle“)
Die erste Wohnsiedlung von Gaiba entstand um das Kloster des Heiligen Lorenzo und wurde „le Caselle“ genannt. Die Spuren des sehr antiken religiösen Zentrums sind trotz ihres bedauernswerten Zustandes der Verwahrlosung bis heute imposant. Es ist offensichtlich, dass das Benediktinerkloster von Caselle mindestens ein Jahrhundert vor der Überschwemmung bei Ficarolo gegründet wurde. Im Jahr 1151 wurde die Siedlung durch den Dammbruch des Po bei Ficarolo überflutet und der neue Wasserlauf ergoss sich genau über die Mitte der Insel, auf der das Kloster stand. Bis heute fließt der Fluss nur wenige Meter von den historischen Mauern des Benediktinerklosters entfernt. Nach einer Restauration, die nach der französischen Revolution und den napoleonischen Einmärschen stattfand, wurden die letzten Mönche vertrieben, der Besitz an Privatleute versteigert. Heute sind die Überbleibsel des Klosters nur noch wie ein großer Schatten seines antiken und verlorenen Glanzes. Im Inneren des großen Gebäudes sind kostbarste Säulen aus purem Carraramarmor, die nach all den Jahrhunderten bis heute intakt sind. Das nahegelegende Oratorium des Heiligen Lorenzo war der religiöse Begegnungsort der Mönche mit der Bevölkerung von Caselle.  (Località Caselle – Gaiba)

 

 

Sehenswürdigkeiten

gaiba_villaVilla Fiaschi Manfredini Stampanoni
Das Hauptgebäude der Villa wurde im späten 17.Jh gebaut und nachfolgend im späten 18.Jh kam die Kapelle dazu. Zunächst gehörte sie der Familie Saracco, dann der Familie Fiaschi und zuletzt der Familie Manfredini. Man vermutet, dass sie auf dem Grund eines schon im 15.Jh vorhandenen Gebäudes errichtet wurde. Der Stil der Villa beruft sich auf die lineare und lichte emilianisch-ferraresische Architektur. Die Kapelle der Adelsfamilie wird auf die Mitte des 18.Jh datiert. Sie ist in feinem Rokokostil erbaut und hinterläßt einen gestalterisch tiefen Eindruck. In ihrem Inneren wird ein außergewöhnliches Altarbild aufbewart, das die Heilige Anna im Kreis ihrer Familie darstellt und von Giambettino Cignaroli gemalt wurde.
(Strada Provinciale – Gaiba)

 

Geschichte

Erwähnt wird Gaiba das erste Mal in einem Dokument von 1158. Anfang des 12.Jh kam es hier zu der katastrophalen Überschwemmung des Po’s der, nachdem er die Dämme bei Ficarolo durchbrochen hatte, alle umliegenden Gebiete überflutete. Er verließ seinen ehemaligen Flußlauf und verschob sich in sein jetziges Flußbett. Lange war Gaiba unter der Herrschaft der Estensi, die von andauernden Kriegen und Streitigkeiten geprägt war und zwar innerhalb der Familie der Estensi – sowohl wenn es um die Kontrolle über das Herzogtum Ferrara ging – als auch gegen Herrscher von außerhalb, wie z.B. als sich das Haus Este im sogenannten “Salzkrieg” gegen Ende des 15.Jh gegen Venedig stellte. Im Jahr 1597 ging es an den Kirchenstaat, unter dem es ein gewisses Wirtschaftswachstum erfuhr, trotz der Pest, die durch die Landsknechte 1630 eingeschleppt wurde. Die Herrschaft des Kirchenstaates dauerte bis 1797, als es unter der napoleonischen Invasion ausgeraubt und geplündert wurde. Auf die französische folgte die österreichische Besatzung unter der Gaiba an die Provinz Rovigo angeschlossen wurde und von schrecklichen Hungersnöten heimgesucht wurde. Seine erbärmliche wirtschaftliche und soziale Lage wurde durch die Überflutungen der Flüsse noch verschärft. Das verbesserte sich auch nicht mit der Angliederung an das Königreich Italien im Jahr 1866 und so emigrierten viele Bewohner, besonders Richtung Brasilien.