Kirchen und Anbetungsstätten

arcipretalesspietropaoloChiesa dei SS. Pietro e Paolo (Kirche des Heiligen Petrus und Paulus)
Die Kirche des Heiligen Petrus und Paulus wurde auf dem Grund einer schon im Jahr 1123 bestehenden Kirche errichtet. Fertiggestellt wurde sie 1682, wie es auf einer Tafel auf der Fassade zu lesen ist. Errichtet ist sie in robustem Barokstil und die Decke ist mit Afresken verziert. Das Altarbild ist von Malern der Paolo Veronesi Schule gestaltet worden. Andere Gemälde sind von Scarsellino und M.Bortoloni. Es sind Statuen von G.M.Morlaiter und Kunstwerke des Schnitzers A.Brustolon vorhanden. Die Kirche geht auf das 16.Jh zurück, damalso wurde begonnen auf dem Ort eine kleine mittelalterliche Kirche zu bauen, die im darauf folgenden Jahrhundert durch den Ingenieur V.Bertolini fertiggestellt wurde (Via S. Pietro, 1 – Fratta Polesine)

 

sfrancescoChiesa di S. Francesco (Kirche des Heiligen Franziskus)
Die Kirche des Heiligen Franziskus besteht seit dem 16.Jh und war ursprünglich der Heiligen Jungfrau gewidmet. Sie entstand aus der Erweiterung einer schon bestehenden Kirche, die auf den Anfang des 11.Jh zurückgeht. In einer Krypta unter dem rechten Altar sind die sterblichen Überreste des Literaten, Mathematikers und Schriftstellers Ritter Giovanni Maria Bonardo aufbewahrt. Er lebte in der zweiten Hälfte des 15.Jh in Fratta und war der Gründer der Akademie der Hirten aus Fratta (Accademia dei Pastori Frattegiani). Unter den wertvollen Werken, die in ihrem Inneren aufbewahrt werden, sind besonders zu erwähnen: der künstlerisch wunderschöne und zentrale Holzaltar, der dem Künstler aus Rovigo Caracchio zugeordnet wird, sowie das Altarbild der Heiligen Jungfrau im Mittelpunkt des Altares, der dem Künstler Maffei zugeschrieben wird. Heute wird die Kirche über die religiösen Handlungen hinaus auch regelmäßig zu Konzerten geistlicher Musik, sowie zu wichtigen Ausstellungen und Konferenzen genutzt. Sie ist das einzige Beispiel von romanischem Stil in Polesine.(Via B. Guanella – Fratta Polesine)

 

paolinoOratorio di S. Maria del Rosario di Paolino (Oratorium der Heiligen Maria des Rosenkranzes der Paoliner)
Die Geschichte des Oratoriums der Heiligen Maria des Rosenkranzes der Paoliner geht mit der Geschichte der Villa Corner, die heute Villa Bellettato heißt, Hand in Hand. Im Jahr 1552, als der Graf Marcantonio Cornaro die Villa bewohnte, zählte er auch dieses private Oratorium zu seinem Eigentum. Der Gebäudekomplex liegt in der Nähe des Canalbianco (Weißen Kanales), am Südzipfel des Territoriums der Gemeinde Fratta Polesine und verkörpert die architektonische Leistung der Familie Corner entlang des Ufers des Canalbianco. Es ist bestätigt, dass seit dem Jahr 1765 geistliche Dienste im Oratorium der Villa durchgeführt wurden und zwar durch einen Priester, der von den Adeligen Corner bezahlt wurde. Im Jahr 1842 geht der Besitz in die Hände der Familie Crestani über, um dann unter den Brüdern Tasso eine Zeitlang vernachlässigt zu werden. Erst im Jahr 1885 kehrt mit dem neuen Besitzer Leopoldo Maragno die Verehrung der Heiligen Jungfrau des Rosenkranzes zurück. Das Oratorium wird 1956 an den Bischof von Adria und Rovigo abgegeben. (Via Palazzine 4 – Paolino)

 

Museen

internomuseoarcheologicofratta
Museo Archeologico Nazionale (Das Nationale Archäologische Museum)

Die ehemaligen Scheunen der edlen Villa Badoer beherbergen seit 2009 dieses interessante Museum. Es ist die Krönung von über 40 Jahren Forschung. Hier werden die Fundstücke aufbewahrt, die bezeugen, dass die Dörfer in der späten Bronzezeit am Flusslauf des Po’s entstanden sind. Der Hauptteil der Ausstellung besteht aus Fundstücken aus einem archäologischen Komplex, der, was die Bronzezeit angeht, als einer der wichtigsten auf europäischem Gebiet angesehen wird: die Dörfer von Fratta und seine Friedhöfe.

Informationen
Via Giovanni Tasso, 3 – Fratta Polesine
Tel. 0425 668523
email : sar-ven.museofratta@beniculturali.it

Öffnungszeiten
Jeden Tag von 8.30h – 19.30h
Geschlossen am 1.Mai, 25. Dezember und 1. Januar

Eintrittspreise
Normal: 3 €
Reduziert: 1,50 € (Lehrer, Jugendliche von 18 – 25 Jahren) Frei für: Schüler und Besucher unter 18 Jahren, Polizisten Freier Eintritt für alle an jedem ersten Sonntag des Monats

 

>> Mehr Informationen (IT)

 

 

museociviltalavoroMuseo del Manegium e Centro di Documentazione della Civiltà e del Lavoro nel Polesine (Museum “Manegium” und Zentrum der Dokumentation der Zivilisation und der Arbeit im Polesine)
Dieses Zentrum zeichnet sich dadurch aus, dass es das Zeugnis der Vergangenheit, die zu uns gehört, bewahrt und den zukünftigen Generationen vermittelt. Es ist in verschiedene Gebiete eingeteilt: eine dokumentarische Ausstellung über die örtliche Karbonerie und die Person  Giacomo Matteotti, eine große Sammlung von Heiligenbildern, die durch die Bevölkerung verehrt werden und eine reiche ethnographische Abteilung, mit Nachbauten typischer antiker Bauernhäuser und ihrem Umfeld.

 

 

Informationen
Via Riviera Scolo, 11 – Fratta Polesine
Tel. +39 339 1902065
E-mail: sistema.museale@provincia.rovigo.it

Öffnungszeiten
Montags bis Samstags von 9.00h – 12.30h
Nachmittags und Sonntagvormittag auf Absprache
Sonntagnachmittag von 15.00h bis 18.00h
Geschlossen: Weihnachten, Silvester, Ostern und 15. August

>> Homepage des Museums (IT-EN-DE)

 

matteottiCasa Museo Giacomo Matteotti (Museumshaus des Giacomo Matteotti)
Das Museumshaus gibt Einblick in die menschlichen und politischen Begebenheiten eines außergewöhnlichen Protagonisten der italienischen Geschichte des 19.Jh. Giacomo Matteotti wurde in Fratta Polesine geboren und war auch mit der Gegend verbunden, weil er hier zu seinem ersten politischen Engagement heranreifte. Das Muse-um befindet sich in dem Gebäude, das seit Ende des 18.Jh der Familie Matteotti als Wohnung diente. Auf den ersten beiden Etagen werden Einrichtungsgegenstände dieser Epoche aufbewahrt und auch ein Teil der Bibliotek. Im Obersten Stockwerk erlaubt ein Ausstellungsrundgang sich in das Leben Matteottis hineinzudenken.

 

 

Informationen
Via Ruga, 1 – Fratta Polesine
Tel. 0425 21530

Öffnungszeiten
Samstag von 15.00h bis 18.30h
Sonntag von 10.00h bis 12.30h und von 15.00h bis 18.30h
An Feiertagen geführte Besichtigungen von 16.30h bis 17.30h

Eintrittspreise
Normal: 3,00 €
Reduziert: 1,50 €

 

Sehenswürdigkeiten

villabadoerVilla Badoer – Weltkulturerbe der Unesco
Villa Badoer wurde nach dem Entwurf von A. Palladio gegen Mitte des 16.Jh erbaut. Ihr wurde im 17.Jh nur wenig hinzugefügt. “La Badoera” ist die berühmteste Villa des Veneto. Sein Zentralgebäude mit Säulengang im ionischem Stil und einem Treppenaufgang; an den Seiten zwei viertelkreisförmige Laubengänge.  In ihrem Inneren finden sich Afresken von Giallo Fiorentino. Es ist ein einzigartiges Beispiel für die Anordnung einer Villa mit Säulengängen in Form eines Amphitheaters. Die Villa Badoer wurde zusammen mit anderen Bauwerken von Palladio in die Liste des Kulturerbes der Unesco aufgenommen. Ihr Garten geht wahrscheinlich auf die antike palladianische Epoche zurück und wird im 17.Jh erwähnt; erinnert wird auch an die Dekoration durch Blumentöpfe mit Zitruspflanzen, die auf dem Steinboden entlang der Mauer standen, die den Fischteich umfasste.  Das aktuelle Gartenprojekt lehnt sich an das historische an, als die Villa entstand, und unterstreicht einige fundamentale Aspekte, wie z.B. die Beziehung zur Landschaft und die kompositorische Verbindung mit der der Architektur, von der der Garten seine Form bezieht.

Informationen
Via G.Tasso, 1 – Fratta Polesine
Tel. +39 0426 662304; +39 366 3240619
e-mail: info@villabadoer.it

Öffnungszeiten
Samstags und Sonntags von 9.30h – 12.30h und von 15.00h – 18.30h.
Achtung: Die Tage und Öffnungszeiten können variiren, weil während des Jahres im Inneren der Villa gleichzeitig Ausstellungen stattfinden.

Eintrittspreise
Normal: 3,00 €
Reduziert: 1,50 € (unter 18 jährige, über 65 jährige und Gruppen über 25 Personen)
Frei: für Kinder unter 6 Jahren, Behinderte und Behindertenbegleiter, Journalisten mit Ausweis, Soldaten in Uniform
Schulen: 1,50 € (Lehrer frei)

 

palazzocampanariPalazzo Campanari – das heutige Rathaus
Die Villa Campanari taucht in den venezianischen Katasterkarten 1775 auf, wo sie als Herrenhaus dargestellt wird. Sie liegt an der Straße, die dem rechten Uferverlauf des Flusses Scortico folgt. Der Besitz wurde Domenico Campanari zugesprochen und blieb es bis über 1852 hinaus. Das Gebäude besteht aus einem massiven Mittelbau mit drei Etagen und zwei niedrigeren Seitenflügeln, die eine Linie mit der nach Osten gelegenen Front bilden, auf der Westseite aber etwas zurückliegend gebaut wurden. Dieses Gebäude war Stätte der dramatischen Ereignisse zur Zeit der Verschwörung der Karbonari. Der ursprüngliche Charakter seines Inneren ging im Laufe der Jahre komplett verloren. Das lag an den Restaurierungsarbeiten, die durchgeführt wurden, um es an die Bedürfnisse des Rathauses anzupassen. Heute ist es Sitz des Rathauses und bewahrt in seinem Inneren ein wichtiges, historisches Archiv auf. (Via Giovanni Tasso, 37 – Fratta Polesine)

 

palazzovillaPalazzo der Familie Villa, dann der Familie Cornoldi, heute der Familie Fanan
Das Gebäude wird auf die ersten Jahre des 18.Jh datiert und hat einen charakteristisch gebogenen Giebel mit drei Zinnen und einem venezianischen Fenster (auch Serliana genannt) mit Balkon. Im Inneren sind Stuckereien aus dem 17.Jh zu finden. Das Haus war die Wohnstätte des Karbonaro Antonio Villa, der hier im Jahr 1819 verhaftet wurde und mit Antonio Oroboni auf dem Spielberg starb. (Via Ruga, 40 – Fratta Polesine)

 

 

villabelletatoVilla Bellettato
Das Gebäude liegt in der Nähe des bewohnten Stadtzentrums, genauer gesagt längs der linken Uferseite des Flusses Scortico. Die Villa wurde nach dem Entwurf des Stadtplaners V. Bellettato erbaut und wird als eine der elegantesten Beispiele der Architektur aus dem 17.Jh in dieser Region angesehen. Dieses Prädikat wird unterstrichen durch die verzierten Fensterrahmen, dem zentralen Motiv mit zwei Lisenen, die von einem geschmückten Giebeldreieck überspannt werden, sowie der mit Sorgfalt hervorgehobene Haupteingang. (Via Bellettato – Fratta Polesine)

 

 

palazzogrindatiPalazzo Grindati, Boniotti – Sitz des “Il Manegium”
Das Herrenhaus, das im 16.Jh in länglicher Form erbaut wurde, erhebt sich auf drei Etagen, wobei die oberste Etage zunächst als Getreidespeicher diente. Im 18.Jh sowie im 19.Jh wurde es radikal umgebaut und verändert. Das Gebäude wurde von den Erben der Familie Boniotti dem Kultur- und Forschungsverein “Il Manegium” geschenkt. Diese Gruppe von Freiwilligen beschäftigt sich mit geschichtlicher, artistischer, archäologischer und etnographischer Erforschung des Gebietes, was in der Antike eben “Manegium” genannt wurde. (Riviera Scolo Valdentro, 11 – Fratta Polesine)

 

 

villadaviVilla Davì
Die Villa Davì wurde gegen Ende des 17.Jh erbaut und erlebte im 18.Jh eine tiefgreifende Renovierung. Von den Originalbauten bleiben uns heute leider nur die Scheunen und das Oratorium. Der Name des Gebäudes rührt daher, dass es die Wohnung des Patrioten und Karbonen Domenico Davì war. Die Fassade des Wohngebäudes erinnert an die venezianischen Wohnhäuser mit seitlicher Loge im Erdgeschoss. (Via Campagna Vecchia – Fratta Polesine)

 

 

villadolfinVilla Dolfin ora Casa della Divina Provvidenza (Haus der göttliche Vorsehung)
Das Gebäude bietet eine einheitliche Fassade mit übereinanderliegenden Pfeilern, über denen Dachfenster liegen, die von Giebeldreiecken mit Voluten, einem Ornament in Schneckenform, überspannt werden. Dazu kommen eine zentrale Treppe und Scheunen, da es einstmals landwirtschaftlich genutzt wurde. Es wurde in der ersten Hälfte des 17.Jh erbaut. Hier gründete Anfang des letzten Jahrhunderts der selige Luigi Guanella die größte Fürsorgeeinrichtung des Polesine. (Via Don Luigi Guanella – Fratta Polesine)

 

 

villalabiaVilla Labia
Von dem Originalbau bleibt nur das kleine, aber schmucke Oratorium. Die derzeitige Villa wurde nach einem Bombenangriff 1945 wieder aufgebaut und ist der Sitz der Mittelschule “A.Palladio”. Zu nennen ist der bemerkenswerte Park mit seinen jahrhundertealten Bäumen.  (Via Roma – Fratta Polesine)

 

 

 

villamatteottiVilla Matteotti
In der Villa Matteotti erlebte der Abgeordnete Sozialist Giacomo Matteotti seine Jugendzeit und wurde am 10.Juni 1924 von den Faschisten ermordet. Das Gebäude des 18.Jh ist im Besitz der Stiftung “Accademia dei Concordi” von Rovigo und ist der Sitz des “Hausmuseums”. Geöffnet Samstags und Sonntags von 15.00h – 18.30h. (Via Ruga – Fratta Polesine)

 

 

 

villamontiviaroVilla Monti heute Viaro
Erbaut wurde die Villa gegen Ende des 17.Jh. Im 18.Jh lebten hier die Brüder Giovanni und Giacomo Monti, die Karbonari waren. Ebenso wurde hier ein anderer Giovanni Monti geboren: der Kunstflieger und Sieger vieler Trophäen. Er stürzte im Jahr 1931 mit seinem Wasserflugzeug in den Gardasee und verlor dabei sein Leben. (Via Beato Luigi Guanella – Fratta Polesine)

 

 

villaoroboniVilla Oroboni
Das Gebäude war im 18.Jh die Residenz des Karbonaro Antonio Oroboni, der auf dem Spielberg starb; daran erinnert eine Steintafel an der Fassade. Es gab auch ein kleines Oratorium von G.Lista, in dessen Gräbern Dokumente der Karbonari versteckt waren, die Antonio Villa Antonio Oroboni anvertraut hatte. (Via Riviera Scolo – Fratta Polesine)

 

 

 

villaavezzuVilla Grimani Molin heute Avezzù
Die Villa, die gegen Mitte des 16.Jh erbaut wurde, erinnert mit ihrer “palladianischen” Form an den Baustil der Villa “Badoera”. Die Afresken in ihrem Inneren wer-den der Schule des Giallo Fiorentino zugerechnet. Es sei an das Mittagsmahl erinnert, das am 11. November 1818 von Cecilia Monti d’Arnaud gegeben wurde, während dessen man auf “Die gemeinsame Sache Italiens” anstieß. Das war der Anfang einer Kette von Ereignissen, die die polesanische Karbonerie in eines der tragischsten Kapitel der Geschichte des Landes hineinzog. (Via Zabarella, 1 – Fratta Polesine)

 

 

mulino-al-pizzonMulino „al Pizzon“ (Mühle “al Pizzon”) – Die Mühle “al Pizzon” ist von Bedeutung für die industrielle Archeologie, sowohl auf dem Gebiet der Mühlen, als auch auf dem Gebiet der Hydraulik.
Das Zusammentreffen des Flusses Scortico und des Canalbianco (Weißen Kanals) an dem Ort Pizzon di Fratta erschuf einen einzigartigen Ort in der Landschaft, der sich auf die landwirtschaftliche Architektur und auf die Industrie auswirkte. Für die industrielle Archäologie finden sich hier zwei wichtige Manufakturen: Die erste ist eine große Mühle (Mulino – Al Pizzon), die einzige, die in der völlig flachen Ebene des Polesine mit Wasserkraft funktionierte, indem man den Höhenunter-schied zwischen dem Fluss Scortico und dem Canalbianco ausnutzte. Von dem österreichischen Kataster im Jahr 1841 aufgenommen, wurde es wahrscheinlich im 18.Jh erbaut. Die Mühle war bis 1962 in Betrieb und bewahrt in ihrem Inneren bis heute die alten eindrucksvollen Maschinen. Die zweite ist eine Schiffsschleuse, die bis heute von Schleusentoren mit Fenstern bestückt ist. Diese Schleuse ist Zeugnis einer der ersten polesanischen Wasserstraßen, die Mitte des 19.Jh gebaut wurden. Diese jetzt industriell genutzten Wasserstraßen folgten dem Verlauf des Wassers, das schon die Adeligen Venezianer nutzten, um im 15.Jh zu ihren Villen in Fratta zu gelangen, unter ihnen die palladianische Villa Badoer und Grimani Molin. (Via Pizzon 945 – Fratta Polesine)

 

Geschichte

Die ersten Siedlungen in dem Gebiet gehen auf das Ende der Bronzezeit zurück (zwischen dem 12. und 10.Jh vor Christus). Das Städtchen – dessen Name von dem lateinischen “Fracta” herrührt, das wiederum von “frango” herkommt und im Sinne von ‘unterbrochene Straße’ benutzt wird, oder von “fractum” – ‘entwaldete Zone’ – er-langte große Bedeutung im Netz der Komunikation. Dank seiner Lage am nördlichen Arm des Po’s erreichte es schnell einen hohen Grad der Zivilisation indem sich Landwirtschaft,  Handel und Handwerk weiterentwickelte. Wahrscheinlich verlor es als Hafen aufgrund von verheerenden Überschwemmungen an Bedeutung, die es dann aber im Mittelalter wiedergewann. Im 12.Jh baute Guglielmo II Adelardi von der Familie Marchesella hier eine Burg und schuf auf diese Weise ein strategisches Zentrum im Kampf gegen die Estensi. Es wurde Bühne für harte Kämpfe zwischen Estensi und Salinguerra um die Herrschaft über Ferrara, das 1482 von den  Estensi an die Venezianer kam. Die Venezianer entwickelten bis 1797 die Landwirtschaft weiter und legten weitere Gebiete trocken. Auf die französische Besatzung folgte die österreichische, während derer sich die Karbonerie sehr stark ausbreitete. Viele wurden zu  Märtyrern, denen sich Silvio Pellico in seinen “Mie Prigioni” (Meine Gefängnisse – Buch über seine Gefangenschaft) erinnert. Die Anbindung an das König-reich Italien änderte nichts an den ärmlichen Verhältnissen der Bevölkerung, das mit der aktiven Teilname an Bauernprotesten reagierte.

 

Nützliche Informationen

Pro Loco Fratta Polesine
Via G. Tasso, 37
Cell. 347 2448574
e-mail: prolocofrattapol@gmail.com

Veranstaltungen :