Kirchen und Anbetungsstätten

chiesasantoninoChiesa di Sant’Antonino (Kirche des Heiligen Antonius)
Realisiert wurde das Projekt des ferraresischen Architekten Gaetano Barbieri im 18.Jh, jedoch blieb die Fassade unvollendet bis Anfang des 20.Jh. Wie bei anderen Beispielen religiöser Architektur in der Provinz ist in ihrem Inneren Barockes zu finden, was dann mit einer neoklassischen Fassade kombiniert wurde. Sie bewahrt in ihrem Inneren zahlreiche, wertvolle Kunstwerke auf, unter anderem die Madonna des Rosenkranzes, eine Arbeit des Malers Ercole Sarti aus dem 16.Jh, der aus der ferraresichen Schule stammt. Die Kirche wird manchmal auch die Kirche “Des Heiligen Märtyrer Antonius” genannt. Der Glockenturm, der 69 Meter hoch ist, wurde erst später an das kirchliche Gebäude angebaut beginnend mit dem Jahr 1777. Wegen seiner leichten Neigung wird er im Volksmund “Der Turm von Pisa im Veneto” genannt. (Piazza G. Marconi, 15 – Ficarolo)

 

oratoriosippolitoOratorio di S. Ippolito e Corte Monesi (Oratorium des Heiligen Ippolitur und Corte Monesi)
Das Oratorium wurde im Jahr 1705 errichtet. In seinem schlichten Inneren befindet sich ein Gemälde, welches die Heilige Jungfrau zwischen dem Heiligen Antonius und dem Heiligen Ippolitus darstellt, eine Arbeit aus der ersten Hälfte des 17.Jh die dem Kreis des Scarsellino oder sogar dem Künstler selber zugeschrieben werden. Zum Schluß ist noch der aus dem 17.Jh stammende Altar zu erwähnen, verschiedene sehenswerte Einrichtungsgegenstände und die fürstliche Krone, die als Freske an die Decke gemalt wurde. (Ficarolo)

 

 

oratmadonnacarmineOratorio della Madonna del Carmine (Oratorium der Madonna des Karmin)
Dieses Oratorium wurde auf dem Grund zweier vorhergehender Oratorien gebaut. Die aktuelle, kleine Anbetungsstätte wurde errichtet, um noch mehr Gläubigen Raum zu schaffen. Eingesegnet im Jahr 1842 hat das Gebäude ein Kirchenschiff, ein einziges, schlichtes Tor, vor dem ein  kleiner Kirchplatz liegt. Das Innere bewahrt einige Statuen von Heiligen auf, die von wertvoller Machart sind, sowie ein Gemälde der vier Evangelisten. Der Hauptaltar ist aus vielfarbigem Marmor und wurde in die Nische der Statue der Madonna des Karmin integriert. Die Kirche wurde bis 2011 konservativ restauriert, sodass das Gebäude sein ursprüngliches Aussehen wiederbekam. Wie auch die Kirche des Heiligen Antonius des Märtyrers wurde sie durch das Erdbeben 2012 leicht beschädigt. (Via Ermanno Giglioli, 110-200 – Ficarolo)

 

Sehenswürdigkeiten

villagiglioliVilla Giglioli e parco comunale (Villa Giglioli und der Stadtpark)
Die Villa Giglioli wurde am Ende des 15.Jh auf Wunsch der ferraresischen Familie der Arienti erbaut. Nachdem sie für kurze Zeit der Familie Schiatti gehörte, wurde das Gebäude 1600 an die mächtige Dynastie Saracco verkauft, die von pavesischem Adelsgeschlecht abstammten und die es für eine lange Zeit instand hielten, bis ins 18.Jh. Danach wurde sie der Familie Giglioli überlassen, die eine der mächtigsten Häuser des Polesine ist und die es seinerseits 1921 der Komune Ficcarolos vermachte. Zu bemerken ist der vornehme, zweiseitige Treppenaufgang, der im 18.Jh hinzugefügt wurde, sowie der wunderschöne Beratungssalon, der mit einer Kassettendecke, Holzgebälk, Stuckarbeiten und Säulen ausgestattet ist. Ein großer Park mit romantischem, ländlichen Einschlag umrahmt die renommierte Villa Giglioli. Der Park beheimatet große, jahrhunderte alte Bäume, die scheinbar ohne Ordung angepflanzt wurden, die aber in Wirklichkeit Frucht eines präzisen Studiums, das der Freiheit der natürlichen Fortpflanzung der Natur und den Jahreszeiten folgt. Der Garten hatte sogar noch größere Ausmaße und war mit einem Stall und dem Viehmarkt ausgestattet. (Via Ermanno Giglioli, 340 – Ficarolo)

exuccherificio_thumbEx zuccherificio (Ehemalige Zuckerfabrik)
Erbaut wurde die ehemalige Zuckerfabrik zwischen Ende des 19Jh und Anfang des 20.Jh vom Grafen Giglioli. In den Achziger Jahren wurde die Fabrik geschlossen und weist einige interessante Gebäude im Jugendstil auf. Sie ist ein Beispiel für die industrielle Archäologie, die an die vielfältigen, sich selbst überlassenen, verwahrlosten Zuckerfabriken gebunden ist, die sich in der Provinz Rovigos befinden. Sie war die erste Zuckerfabrik im ganzen Polesine, die 1902 von dem Grafen Giglioli eröffnet wurde. Sie spielte eine herausragende Rolle in der territorialen Wirtschaft, da sie hunderten Personen eine Arbeitsstelle verschaffte. Der Ort zählte damals 5000 Einwohner. Ab dem Jahr 1982, als die Arbeit abnahm und schließlich die Fabrik ganz geschlossen wurde, emigrierten dutzende Familien. (Via Polesine – Ficarolo)

 

Geschichte

Die erste Siedlung in diesem Gebiet stammt aus der römischen Epoche und hieß in der Antike “Vicus Arioli romana”, das wohl auch namensgebend für Ficarolo war. Am Anfang des 12.Jh wurde der Ort von einer verheerenden Überschwemmung des Po’s heimgesucht, der seinen alten Flußverlauf verließ und einen neuen Flußarm bildete. Nachdem der Ort zu den Besitztümern des Papstes gehört hatte, ging es in der ersten Hälfte des 15.Jh an die Estenesi über, deren Herrschaft andauerte, obwohl sie für kurze Zeit durch die venezianische Besatzung, während des Salzkrieges, unterbrochen wurde; im Jahr 1597 ging Ficarolo zusammen mit der gesammten Grafschaft Ferraras an den Kirchenstaat zurück. Es war beteiligt an den Kriegen im 17. und im 18.Jh worauf dann die französische und 1815 die österreichische Besatzung folgten, während derer man des komunalen Wappes beraubt wurde, das man erst 1863 wiedererlangte. Der Anschluss an das Königreich Italien im Jahre 1866 verbesserte die Lebenslage der Bevölkerung nicht und durch die schweren Kriege und Naturkatastophen gezwungen emigrierten viele Menschen. Ein wirtschaftlicher und sozialer Wiederaufschwung kam erst nach dem Krieg.

 

Nützliche Informationen

Pro Loco Ficarolo
P.zza Madre Teresa di Calcutta, 221 Cell. 345 1426268
e-mail: prolocoficarolo@libero.it

 

Veranstaltungen : 

Festa della Beata vergine del Carmine (Fest der Heiligen Jungfrau des Karmin)
Juli – Piazza di Ficarolo
Verschiedene Veranstaltungen mit Tanz, Gesang und Theater

Sagra dello Storione (Volksfest des Stör’s)
Juli – neben dem Park der Villa Giglioli
Gastronomische Stände mit Speisen gemacht aus Stör (Fisch)

Raduno delle Fiat 500 (Das Fiat 500 Treffen)
Juli – im Park der Villa Giglioli
Treffen, Mittagessen, Lotterie, Preisverleihung und Abschied