Kirchen und Anbetungsstätten

chiesasmartinoeseveroChiesa dei SS. Martino e Severo (Kirche der Heiligen Martin und Severus)
Die Kirche wurde nach dem Entwurf von Angelo Santini errichtet. Der Bau begann 1754 und wurde 1777 beendet. Bis 1818 war die Kirche unter der Jurisdiktion von Ravenna. Das neue Gebäude ersetzte das vorangegangene, das längst schon zu klein geworden war, um dem Wachstum der Bevölkerung gerecht zu werden. Die majästetische Fassade ist typisch für den römischen Barokstil. Das Innere ist in drei Kirchenschiffe aufgeteilt und hat sieben Altäre. Eine Arkade umschließt die Apsis, in der das Altarbild vom Heiligen Apollinaris und der Heiligen Martin und Severus von dem Maler Jacopo Alessandro Calvi, auch “Sordino” genannt, untergebracht ist. Zusätzlich werden hier auch Werke von Alberto Mucchiati, Benvenuto Tisi da Garofolo,  Gandolfi und Ippolito Scarsella, auch “Scarsellino” genannt, aufbewahrt. Die Sakristei ist mit wunderschönen Schränken ausgestattet, die von Pietro Bongiovanni im Jahr 1792 mit Wurzelholzintarsien verziert wurden. (Piazza Fetonte, 29 – Crespino)

 

oratoriosantonioOratorio di S. Antonio da Padova (Oratorium des Heiligen Antonius von Padova)
Das Oratorium wurde im Jahr 1723 von dem Grafen Ippolito Migliorini aus Ferrara in Auftrag gegeben, der sogar in seinem Testament (von 1725) ein Vermächtnis von 60 scudi (eine Währung in Italien, die zu der Zeit galt) stiftete, um für immer eine tägliche Messe halten zu lassen. (Via S. Antonio – Crespino)

 

 

Oratorio dei SS. Pietro e Paolo (Oratorium der Heiligen Petrus und Paulus)
Aus dem 18.Jh. (Via Aguiaro – Crespino)

Oratorio di S. Cassiano (Oratorium des Heiligen Cassanus)
Aus dem 18.Jh. (Via San Cassiano, 58 – Crespino)

Oratorio dei Frati Cappuccini (Oratorium der Kappuzinermönche)
Aus dem 18.Jh. (Via Capuccini – Crespino)

Oratorio Madonna della Seggiola (Oratorium der Madonna des Stuhles)
Aus dem 18.Jh. (Via Passetto – Crespino)

Oratorio di S. Lorenzo (Oratorium des Heiligen Lorenz)
Aus dem 18.Jh. (Via Selva – Crespino)
 

Museen

museodelleacque
Museo delle Acque (Museum der Gewässer)

Das Museum zeigt das gemeinschaftliche Leben, das Arbeitsleben und die gewerblichen Tätigkeiten, die mit der unmittelbaren Nähe des Flusses Po verknüpft waren und die heute verschwunden sind. Wertvolle Fundstücke erzählen das Leben am Flussufer bis vor einigen Jahrzehnten: die Entwässerung, die Leitung des Flusses und der Kanäle, Berufe am Po, wie z.B: Fischer, Zimmerleute, Schmiede, Scherenschleifer, Wächter, Straßenarbeiter und andere.

Informationen
Piazza Fetonte, 29-43 Crespino
Tel. & Fax 0425 21530
E-mail: cedi@turismocultura.it

Das Museum ist jeden Sonntag geöffnet

 

Sehenswürdigkeiten

casaduetorriCasa delle due torri (Das Haus der zwei Türme)
Am Piazza Fetonte, einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Piazza von Crespino, liegen einige Gebäude, denen man besondere Aufmerksamkeit widmen sollte. Eines von ihnen ist das ungewöhnliche Haus der zwei Türme, das im 18.Jh von dem Karbonaro Vincenzo Carravieri bewohnt wurde und der von Österreich zu schweren Zuchthaus verurteilt wurde. Das Gebäude wurde im 18.Jh erbaut. (Piazza Fetonte, 13 – Crespino)

 

 

palazzocomunalePalazzo Comunale (Das Rathaus)
Das Gebäude des Rathauses geht auf das 19.Jh zurück und liegt am Piazza, der Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios gewidmet ist, der laut der Mythologie in den Po gestürzt ist. Der Bau weist einen stattlichen Bogengang auf. (Piazza Fetonte, 35 – Crespino)

 

 

 

crespino-villa-dei-principi-pio-falco-ora-longhiVilla dei principi Pio Falcò ora Longhi (Villa des Prinzens Falcò – heute Villa Longhi)
Diese Villa ist ein Gebäudekomplex, der aus Gebäuden verschiedener Epochen zusammengesetzt ist: das Hauptgebäude ist wahrscheinlich um 1620 errichtet worden, aber es birgt auch Elemente nachfolgender Epochen in sich. In der ersten Hälfte des 19.Jh wurde es radikal umgebaut und bekam ein neoklassizistisches Äußeres. Der Pferdestall weist Elemente aus dem späten 14.Jh auf. In seinem Park sind jahrhunderte alte Pflanzen zu finden und eine Privatstraße führt bis zum Po. Diese Villa war der Schauplatz einer der ersten Bewegungen der Karbonari im Polesine. (Piazza XX Settembre, 8 – Crespino)

 


Villa Marzolla

Villa Marzolla ist ein kleines Wohnhaus aus dem 18. und 19.Jh mit Pferdestall und Getreidespeicher mit neoklassizistischen Elementen. Im Garten steht eine Zeder die 1885 gepflanzt wurde.  (Via Trieste, 44 – Crespino)

Villa Sarti Savonarola ora Gianesini (Villa Sarti Savonarola – heute Villa Gianesini)
Dieses Gebäude wurde im 17.Jh gebaut und im 19.Jh wieder neu errichtet; im Inneren des antiken Oratoriums wurde eine Wohnung eingerichtet und in seinem Park sind Jahrhunderte alte Pflanzen zu finden. (Via Giuseppe Verdi, 20 – Crespino)

Villa Sarti Savonarola ora Tisi (Villa Sarti Savonarola – heute Villa Tisi)
Villa Tisi wurde Ende des 18.Jh als landwirtschaftliches Nutzgebäude errichtet und ist ein einfaches Gebäude mit den Charakteristiken aus dem 16.Jh. Es steht inmitten von rustikalen Gebäuden. Es gibt eine Kapelle in der Nähe der Umfassungsmauer und am Eingang stehen sechs Stützpfeiler, die von Vasen gekrönt werden. (Via Giuseppe Verdi, 26 – Crespino)

 

Geschichte

Die ersten Siedlungen in des Gebiets gehen auf die Etrusker zurück, wie verschiedene archäologische Fundstücke beweisen. Es entstanden dann Niederlassungen der Gallier und später die der Römer. Was die Namensgebung betrifft, scheint der Name römischer Herkunft zu sein und bezieht sich auf die “gens Crispina” (“Leute von Crispina”). Im Laufe des Mittelalters, nachdem es im Besitz der Bischöfe von Adria und Ravenna gewesen war, ging es an die Estenesi, unter denen Crespino an Wohlstand und Reichtum zunahm. Es blieb unter dem Haus Estes, trotz des Krieges mit Venedig, der gegen Ende des 15.Jh ausbrach, bis es 1598 an den Kirchenstaat angeschlossen wurde. Während der französischen Herrschaft rebellierten die Bewohner gegen die napoleonischen Truppen, der sie am 11. Februar 1806 damit bestrafte, dass er ihnen jegliche Bürgerrechte aberkannte. Diese kaiserliche Entscheidung wurde erst widerrufen, nachdem der Fischer Giovanni Albieri öffentlich auf dem Piazza geköpft worden war. Die Schikanen der Franzosen und die elenden Lebensbedingungen förderten das Banditentum. Auf die französische Besatzung folgte die österreichische, die von der Ausbreitung der Karbonerie begleitet wurde und dann 1866 der Anschluß an das Königreich Italiens. Die nachfolgende Zeit weist keine bedeutenden Ereignisse für Crespino auf, folgt sie doch dem Verlauf der Geschichte der übrigen Provinz. Der charakteristischste Aspekt, im Bezug auf die Urbanistik, ist die starke Präsenz von Villen.