Kirchen und Anbetungsstätten

chiesa-bosaroChiesa di San Sebastiano (Kirche des Heiligen Sebastians)
Die Kirche wurde auf Wunsch der Familie Turolla erbaut, die sich dazu verpflichtet hatte den Rektor finanziell zu unterstützen und die Gebäude instand zu halten. Zu jener Zeit hatte das Volk Mühe die Kirche von Arqua Polesine zu erreichen, die für das Gebiet von Bosaro zuständig war. Das lag an den sehr schlechten Straßenbedingungen und so erwies es sich als notwendig eine Kirche vor Ort zu bauen. Die neue Kirche war mit einem Taufbecken, einem Glockenturm, einem Friedhof und einem Pfarrhaus ausgestattet; aufgrund dieser Beigaben wurde sie zur Pfarrgemeinde. Das Gebäude wurde am 29. Januar 1500 geweiht und enthält in dem einfachen Kirchenschiff mit Presbyterium und Chorraum, fünf Altäre und das Taufbecken. Es wurde mehrere Male restauriert, das letzte Mal 1822. Im Jahr 1927 erklärte Bischof Rizzi die Anrechte der Familie Turolla auf die Gebäude als verfallen. (Örtlichkeit “Chiaviche” – Via Ronchegalli –  Bosaro)

 

Oratorio della Madonna di Lourdes (Oratorium der Madonna von Lourdes)
1935 – Im Inneren, am Ende des Hauptaltares, steht die Grotte von Lourdes, die von Monsignore Annibale gemacht wurde, mit einer Gipsstatue der heiligen, unbeflecken Jungfrau Maria. (Via Bosco del Monaco – Bosaro)

Oratorio della Madonna del Carmine (
Örtlichkeit “Chiaviche”
 – Via Ronchegalli
 – Bosaro)

 

Geschichte

Die ersten gemauerten Gebäude gehen auf das 15. Jh zurück. Im Laufe dieses Jahrhunderts erbaute die Familie Turolla in Bosaro ihren Wohnsitz und veränderte damit erheblich das einfache Aussehen des Dorfes.
Bosaro folgte dem geschichtlichen Verlauf des nahegelegenen Polesella, das politisch gesehen zu dem Gebiet des Herzogs von Ferrara gehörte, bis es im Jahr 1484, mit dem Ende des Krieges von Ferrara, oder dem Salzkrieg, durch den Sieg der Republik Venedig von letzterem annektiert wurde.
In den darauffolgenden Jahren verpflichtete sich die Familie Turolla zu dem Bau einer neuen Kirche, die als Pfarrgemeinde im Jahr 1497 errichtet wurde und somit Bosaro von der Kirchengemeinde von Arquà trennte. Die in diesem Zusammenhang durchgeführte Volkszählung, die durch die Kirchenoberhäupter durchgeführt wurde belief sich auf etwa 400 Gläubige.
Der Fall der Venezianischen Republik, der 1797 durch Napoleon Bonaparte herbeigeführt wurde, bedeutete eine neue Annexion des Gebietes. Die Klauseln des Vertrages von Campoformio überließen Bosaro und das ganze venezianische Gebiet dem österreichischen Reich, das jedoch nur für eine begrenzte Zeit galt. Schon am 18.März 1805 überließ Österreich mit der Unterzeichnung des Abkommens in Pressburg die österreichische Provinz Venedig Frankreich: am darauffolgenden 26. Mai hat Napoleon, der kurz vorher der Kaiser von Frankreich geworden war, sich in Mailand zum König Italiens gekrönt, indem er sich die Eiserne Krone aufsetzte. Bosaro kam somit erneut unter die französische Kontrolle und zwar mit der neuen nationalen Identität als das napoleonische Königreich Italien.
Die zweite französische Herrschaft dauerte bis zum Fall Napoleons. Am 20.April 1814 wurde die Provinz Venedig, und auch Bosaro, an die Habsburger zurückgegeben und mit dem Fall des Reiches gingen gleichzeitig die Städte und die gesammte Provinz Venedig wieder an das österreichische Kaiserreich, das sich 1815 die Gebiete des Lombardisch-Venezianische Reiches einverleibte.
Bosaro folgte den historischen und politischen Geschicken des Polesine und dem der Hauptstadt Rovigos, bis die Provinz Venedig am Ende des dritten Unabhängigkeitskrieges 1866 vom Königreich Italien annektiert wurde.