Kirchen und Anbetungsstätten

 

duomosgiovanniDie Erzpriesterliche Kirche vom Heiligen Johannes dem Täufer
Es gibt Dokumente, die das Bestehen der Kirche seit dem 12.Jh bestätigen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie restauriert und erweitert. Ihr aktuelles Aussehen geht auf die Arbeiten von 1700 zurück, in denen die Kirche erweitert wurde.
Auf das großen Decken-Medaillon malte der venezianische Maler Pio Piati das Fresco mit der Himmelfahrt des Heiligen Johannes des Täufers.
In der letzten Altarnische links befindet sich die hölzerne Statue der Madonna von Vangadizza, die sich schon seit 1400 in der Abtei befindet.
In der letzten rechten Altarnische findet sich die Urne, die die Gebeine des Heiligen Teobaldo enthält und die Im Jahr 1810 von der Abtei Vangadizzas in die Erzpriesterliche Kirche überführt wurde, im gleichen Jahr wurde das Kloster aufgelöst. An der Kopfwand der selben Kapelle wurde ein Fresco des Malers Sebastiano Santi in der ersten Hälfte des 18.Jh gemalt, das die Himmelfahrt des Heiligen Teobaldo darstellt, der von Engeln gestützt wird.

 

Oratorium der Heiligen Jungfrau Maria der Gesundheit
Das Gebäude wurde von Giovanni Francesco Loredan im Jahr 1719 mit einem oktagonalen Grundriß errichtet. Im Inneren ein wunderschöner vielfarbiger Marmoraltar, der die Darstellung der wundersamen Jungfrau, die als Fresco gemalt wurde, hervorhebt.
Links des Eingangs befindet sich ein kleiner Hängealtar mit einem Kruzifix und zwei kleinen Engeln an der Basis.
Ausserhalb des Oratoriums stehen einige gut gemachte Statuen.

 

 

vangadizza_badiapol2Abtei der Heiligen Maria von Vangadizza
Die Abtei von Vangadizza hat ihre Wurzeln in der Mitte des 10. Jh als die Estenesi die Benediktiner nach Badia beriefen und ihnen verschiedene Besitztümer übereigneten, die sie an diesem Ort besaßen. Vangadizza mit ihren angeschlossenen Pfarreien waren keiner Diözese untertan; die Abtei genoß in der Tat das Privileg des “nullius diocesis” und der führende Abt war dem Papst direkt unterstellt. Schon in der ersten Hälfte des 12.Jh folgten auf die regulären Benediktiner die Camaldoles, die das Geschick des Klosters, bis zu seiner Auflösung 1810 durch ein napoleonisches Dekret, in den Händen hatten. Wenige Jahre zuvor, Ende des 17.Jh und während der französischen Herrschaft in Italien, war Vangadizza zu einem privaten Eigentum eines französischen Bürgers geworden und verlor seine Funktion als Anbetungsort. Es blieb fremdländisches Eigentum bis es in den frühen 1980er Jahren von der Stadtverwaltung Badia Polesines erworben wurde.
Von dem großen Klostergebäude kann man gegenwärtig den Kreuzgang besichtigen, der auf das 12. Jh zurückgeht und trapezförmig gebaut wurde und zu dem man durch ein gotischen, mit Terrakottafliesen aus dem 14. Jh stammenden, ausgestatteten Torbogen gelangt. Der Bogengang ist mit Segeltuch überdacht, was durch Terrakottasäulen gehalten wird.
1400 wurde der Kreuzgang restauriert und die obere Loggia durch veronesische Marmorsäulen verschönert. Im Zentrum des Kreuzganges befindet sich ein eleganter Brunnenrand aus weißem Marmor. Der Kreuzgang ist sicherlich der interessanteste und stimmungsvollste Bestandteil der Abtei. Vom Kreuzgang aus kommt man durch ein elegantes, aus rotem, veronesischem Marmor gebauten Tor in den Speisesaal, von dem man durch die vordere Tür dann in den Garten der Abtei gelangt; dieser Garten wird in alten Karten erwähnt und von ihm aus gelangt man auf den Piazza von Vangadizza, auf einen weiträumigen Platz vor der Ehemaligen Kirche der Abtei Vangadizzas. Von der Kirche sind nur die Außenmauern erhalten, da sie 1836 abgerissen wurde; das war während der Zeit, als sie in französischem Besitz war.
Dagegen ist die Seitenkapelle der ehemaligen Kirche komplett erhalten, die der Heiligen Jungfrau von Vangadizza geweiht war und die im 15.Jh erbaut wurde.
Von besonderem Interesse sind die Pendentif der Kuppel aus Stuck und die Freskengemälde der Apside, die von dem Maler Filippo Zaniberti (1585-1636) aus Brescia ausgeführt wurden. Sie stellen die Wunder der Jungfrau dar. Auf dem Vorplatz der Kirche befinden sich zwei Sarkophage, in der die sterblichen Überreste der Spender aus Este bewahrt werden und die die Stammväter der Hannoveraner waren, eine Familie von denen das heutige englische Königshaus abstammt. 

Andere Gebetsstätten

Chiesa Sant’Antonio
Chiesa Sant’Antonino (Salvaterra)
Chiesa San Sebastiano Crocetta
Chiesa San Giorgio martire (Villafora)
Chiesa di Santa Maria della Mercede (Colombano)
Chiesa San Costanzo (Villa d’Adige)

 

Museen

Museo Civico « A.E. Baruffaldi » (Städtisches Museum A.E. Baruffaldi)
Im städtischen Museum finden wir sowohl zivile, als auch religiöse Gegenstände aus verschiedenen historischen Perioden wie z.B. Töpferware, Fotos, Gegenstände zur Freizeitgestaltung und ein kleines Modell der schwimmenden Mühle auf der Etsch. Wichtig ist auch die Abteilung, die die Gemälde der badiesischen Künstler aus dem 19. und 20. Jh beherbergt und “Das letzte Abendmahl”, das von Girolamo Bonsignori im 16. Jh gemalt wurde.

INFORMATIONEN
Piazza V. Emanuele II – Badia Polesine
Mara Barison
Tel. +39 0425 52695 –  sistema.museale@provincia.rovigo.it

Öffnungszeiten
Donnerstag von 9.00 bis 12.00

Eintritt ist frei!

>> Besuchen sie die Homepage des Museums (IT-EN-DE)

 

Sammlung “Eugenio Balzan”

colbalzanAnfang 2014 erhielt Badia Polesine die gesamte Sammlung “Eugenio Balzan” als Leihgabe auf unbestimmte Zeit. Die Sammlung besteht aus 49 Werken, die im Foyer des Theaters “E.Balzan” ausgestellt werden. Die Öffnung für das Publikum dieser wichtigen Sammlung ermöglicht es Gelehrten und Besuchern einen Einblick in die italienische Kunst des 18. und 19. Jh zu bekommen, die von der Geburtsstadt Eugenio Balzan beherbergt wird und einen wichtigen Aspekt des Mitbürger Balzans und seiner großen Liebe für die Kunst aufzeigt.

INFORMATIONEN
c/o Teatro Sociale Eugenio Balzan
via Danieli – 45021 Badia Polesine (RO)
Tel. +39 (0)425 51766  – info@collezionebalzan.it

 

Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag  10.00h – 12.30h / 15.30h – 19.00h

Eintrittspreise :
4€ normal
3€ reduziert (von 6 – 18 Jahre, Studenten, anderweitige Kategorien)
3€ pro Person für Gruppen (min. 15 Personen, ab 20 zahlenden Personen ist eine Begleitperson frei)
1€ Schulen (2 Begleitpersonen pro Klasse sind frei)
Der Eintritt ist frei für Kinder unter 6 Jahren, für Journalisten, Touristenführer (mit jeweiligem Ausweis) und Soldaten in Uniform.
Für Gruppen und Schulen gilt eine Anmeldepflicht. 

>> Besuchen Sie unsere Homepage (IT-EN)

 

Sehenswürdigkeiten

 

mercatocopertoÜberdachter Markt
Im frühen 19.Jh wurde ein Gebäude abgerissen, um dem neuen, überdachten Markt Platz zu schaffen, das ein Gebäude im gotisch-venezianischen Stil ist und dessen Erbauer ohne jeden Zweifel von dem Palazzo Ducale vom Piazza San Marco von Venedig beeinflußt wurde. Das Gebäude befindet sich in städtischem Besitz und wurde jetzt restauriert und schon seit einigen Jahren als Sitz der städtischen Finanzverwaltung verwendet, während im Erdgeschoß ein geräumiger Bürgersaal eingerichtet wurde, der von verschiedene Gruppen und kulturellen Initiativen genutzt wird. (via Don Minzoni – Badia Polesine)

 

palace-300x225Der Estensi Palast
Der “Palazzo degli Estensi“ ist ein wunderschönes Gebäude, das 1430 im historischen Zentrum Badias gebaut wurde. Im gotischen Stil erbaut wird es von eleganten Triforen (dreibogige Fenster) geschmückt. Sein Bau erfolgte in der ersten Periode der venezianischen Besatzung. Der Name geht darauf zurück, dass das Gebäude der Familie der Estenesi gehörte, die dort während ihres Aufenthaltes in Badia gegen Ende des 14.Jh wohnten.

 

 

Villa Turchetti
Die Villa Turchetti wurde im Liberty-Stil im Jahr 1905 errichtet. (via Roma – Badia Polesine)

Palazzo Rossi
Der wichtige “Palazzo Rossi” wurde im 18.Jh konstruiert; in seinem Inneren findet sich eine steinerne Prunktreppe,  weich und elegant sind die originalen Stuckarbeiten, die die Räume des Palastes schmücken. Die Deckengemälde sind von dem venezianischen Maler Giovanni Biasin. (via degli Estensi – Badia Polesine)

Palazzo Rosini
Der Herrschaftliche Bau “Palazzo Rosini” aus dem 16.Jh wurde, wie so viele Gebäude in Badia Polesine, in der modernen Zeit umgebaut. Im seinem Inneren ist ein von dem französichen Maler Francesco Saraceni dekorierter Raum, derselbe, der 1855 auch das Theater Sociale von innen verzierte. (via San Giovanni – Badia Polesine)

Palazzo Bassi
Der Palazzo Bassi geht auf das 17.Jh zurück und ist eines der wenigen Gebäude Badias, dessen Fassade bis in unsere Tage intakt geblieben ist. (via San Giovanni – Badia Polesine)

Villa Finzi
Die Villa Finzi wurde Ende des 18.Jh von Emanuele Finzi errichtet, dem Besitzer der wichtigen Finzi-Mühle, die eine der wichtigsten Industriezweige Badia Polesines gegen Ende des 18.Jh waren. (via Pinzon – Badia Polesine)

Palazzo Gulinelli
Das Gebäude Palazzo Gulinelli aus dem späten 15.Jh hat auf der Seite des Hofes einen  Terrakotta-Gesims aus dem 15.Jh, während die Fassade auf der Seite der Via degli Estenesi im 18.Jh erneuert wurde. (via degli Estensi – Badia Polesine)

Rathaus und Uhrenturm (Sede Municipale e Torre dell’Orologio)
Das Rathaus und der Uhrenturm gehen auf das 17.Jh zurück und wurde im Laufe der Zeit beträchtlich umgebildet. An das Gebäude angeschlossen ist der Uhrenturm von 1595. (Piazza V. Emanuele II – Badia Polesine)

 

Geschichte

Der antike Name Badia Polesines war ursprünglich einfach “La Badia”, ein Hinweis auf die Abtei der Benediktiener S.Maria von Vangadizza, der Beginn des Dorfes, was darum entstand. Im Zuge der Überschwemmung 589 (die “Rotta dell’Adige alla Cucca genannt wird), verließ die Etsch ihr ursprüngliches Flußbett in dem aktuellen “Veronella”. Um das Jahr 900 läßt der Marquis von Mantova Almerigo die Abtei bauen, die in der Folgezeit den benediktinischen Mönche überlassen wird. Die Abtei war überdies vom Bistum Adrias unabhängig.
Im Jahr 1200 war Badia von einem Graben umgeben und es gab drei Stadttore, um in die Stadt zu gelangen. Im 14.Jh beginnt der Niedergang der “Vangadizza”, die als Eigentum an die französische Familie D’Espagnac überging und später dann durch das napoleonische Dekret im 18. Jh. aufgelöst wurde.
Die Stadt Badia Polesine war unter der Herrschaft der Estenesi, Padovani und der venezianischen Republik; ab 1797 unter den Franzosen und danach unter der Herrschaft der Österreicher bis 1866, als Venedig dem italienischen Staat angeschlossen wurde.
Es ist erwiesen, dass Badia Polesine die letzte Stadt auf dem antiken Pilgerpfad “Romea Annia” war; in der Tat trafen die Pilger aus Nordeuropa und aus dem Osten des Kontinentes hier zusammen, um dann in Richtung des wichtigen römischen Zentrums “Iulia Concoria”, dem heutigen “Concordia Sagittaria”, weiterzuziehen. Wie erwähnt reisten die Pilger der “Romea Annia” entlang, über 200 km durch die gesamte padovanisch-venezianische Ebene, von Ost nach West, um dann die antike Abtei von Badia Polesine zu erreichen.
Im 18. Jh entwickelt sich die Stadt; das Stadttheater, das Krankenhaus und zahlreiche öffentliche Gebäude werden errichtet. Was die Infrastruktur angeht wird die Brücke über die Etsch erbaut, die Badia mit der Provinz Padova verbindet, sowie die Eisenbahnlinie Verona – Rovigo. Im Jahr 1928 ist das Gebiet der Gemeinde “Crocetta” eingemeindet worden und ist nun ein Stadtteil Badia Polesines. Während des Zweiten Weltkrieges wird im April 1945 der Stadtteil “San Nicolò” bombardiert und zerstört.
In den Sechziger Jahren entstehen aufgrund des italienischen Wirtschaftsaufschwungs in der Stadt neue Industrien.
Mitte der Neunziger Jahre wird die “Strada Statale Traspolesana” (die Schnellstraße von Verona nach Rovigo) fertiggestellt, infolgedessen zahlreiche neue Unternehmen und Industrien entlang der Schnellstraße entstehen.

 

Nützliche Informationen

Pro Loco Badia Polesine
Piazza Vittorio Emanuele II, 37
Tel. 0425 590696 – Fax 0425 590696
e-mail: proloco.badia@libero.it

Veranstaltungen : 

Lebende Krippe
Im Januar finden auf den Hauptstraßen und dem Piazza Vangadizzas
Umzüge in historischen Kostümen statt, die an die Geburt Jesu und die Ankunft der Drei Könige auf Pferden erinnern soll.

Alle verkleidet
Im Februar – Piazza V.Emanuele
Karneval auf dem Piazza mit Spiel, Spaß, Musik und der Auszeichnung der schönsten Verkleidungen.

Nationales Volksfest der Drachen
25.April – Sperone Bova (auf der rechten Seite der Etsch)
Die Veranstaltung ist ein echtes Volksfest, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einen fröhlichen Festtag einbezieht, der unter dem Vorzeichen der Natur steht und mit Geschenken und Prämien für die Teilnehmer ausklingt.

Historischer Umzug
Juli – auf den Straßen der Stadt und dem Piazza Vangadizzas
Während des Festes zu Ehren des Schutzpatrons “S.Teobaldo” finden in den Straßen der Stadt Umzüge in mittelalterlichen Kostümen statt, um an die Überführung der Reliquie des Heiligen Teobaldo aus Badia Polesine nach St.Thibaulth des Vignes (F) im Jahr 1075 zu gedenken. Auf der Piazza Vangadizza findet ein mittelalterliches Abendessen statt.

Ferragosto Badiese (15. August in Badia)
August – Piazza Marconi, Piazza V.Emanuele
Kirmes, Musikalische Angebote, Zahlenlotterie, Feuerwerk

Festa regionale della Polenta (regionales Polentafest)
September – Villa d’Adige di Badia Polesine
Jeden Abend musikalisches Angebot und typisch venezianische Speisen

Festa Madonna della Salute (Fest der Jungfrau der Gesundheit)
November –  Piazza Madonna della Salute
Es werden traditionelle Spiele gemacht, es gibt geröstete Kastanien und Preise für alle.